02.07.2020

Heimsuchung

Heimsuchung
Du schreitest eilig dahin, Maria

Ich bitte dich, wandere nicht allein über die Höhen Judäas. Du strahlst ein beglückendes Geheimnis aus: Teile es mit mir.

Geh nicht allein. Nimm mich mit hinein in die Glut deiner inneren Freude. Ich mühe mich ebenso schnell zu gehen wie du; in deinem Eifer, mit dir, werde ich es können. Gerade hast du Jesus empfangen; du trägst ihn so beschwingt, weil er es ist, der dich trägt.
Lass mich in die Einfachheit deiner Gedanken eindringen und in das Schweigen deiner inneren Schau.
Lehre mich, wie du nur eine Sorge zu haben: Christus. Ich sehne mich danach, in die Vertrautheit mit dem Erlöser einzudringen, von der du erfüllt bist. Gib mir Anteil an der Fülle des Heiligen Geistes; am verborgenen Strom seines Lichtes, seiner Liebe und seiner Freude, die dich überströmen.
Erlaube mir, dich so mein Leben hindurch zu begleiten. Jeden Augenblick brauche ich die innige Vertrautheit mit dem Herrn und das innere Frohlocken seiner Gegenwart. Lass mich immer an deiner Seite gehen, eifrig mit dir Schreiten, vom göttlichen Erlöser getragen. Dann singe ich am Ende des Weges, beim letzten Zusammentreffen mit dir, mein Magnifikat!


Quelle: Maria – Jean Galot SJ. - Johannes-Verlag, Leutesdorf

20.06.2020

Der Gedenktag „Unbeflecktes Herz Mariä“



Der Gedenktag „Unbeflecktes Herz Mariä“ wird in der katholischen Kirche am Tag nach dem Hochfest „Heilgstes Herz Jesu“, also am Samstag, begangen. Seine Wurzeln liegen in diesem Herz-Jesus-Fest, aus dem sich das Gedenken auch des Herzens der Maria entwickelt hat. Johannes Eudes gehörte zu den großen Förderern dieses Gedankens. Im 19. Jahrhundert wurde der letzte Samstag im Mai von Jules Chevalier begründet zur Verehrung „Unserer Lieben Frau vom Herzen Jesu“. 1942 weihte Papst Pius XII. die ganze katholische Kirche und die ganze Menschheit dem unbefleckten Herzen Mariä, 1944 führte er für die ganze römisch-katholischen Kirche den Tag am 22. August ein. Die Kalenderreform des 2. Vatikanischen Konzils setzte den heute gültigen Termin.

Quelle: Heiligenlexikon

Litanei zum Unbefleckten Herzen Mariä

V/A. Herr, erbarme Dich unser 

V/A. Christus, erbarme Dich unser
V/A. Herr, erbarme Dich unser
V. Christus, höre uns
A. Christus, erhöre uns
V. Gott Vater vom Himmel, A. erbarme Dich unser
Gott Sohn, Erlöser der Welt Gott Heiliger Geist,
A. erbarme Dich unser
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott 
A. erbarme Dich unser
Heiligstes Herz Mariä, bitte für uns
Herz Mariä, ohne Sünde empfangen, bitte für uns
Du vielgeliebtes Herz der Tochter des himmlischen Vaters, bitte für uns
Du hochgebenedeites Herz der Mutter des göttlichen Sohnes, bitte für uns
Du auserwähltes Herz der Braut des Heiligen Geistes, bitte für uns
Du bewunderungswürdiges Herz der Mutter des Schöpfers, bitte für uns
Du liebenswürdiges Herz der Mutter des Erlösers, bitte für uns
Herz Mariä, du Sitz der Weisheit, bitte für uns
Herz Mariä, du Spiegel der Gerechtigkeit, bitte für uns
Herz Mariä, du Thron der Barmherzigkeit, bitte für uns
Herz Mariä, du Inbegriff der Heiligkeit, bitte für uns
Herz Mariä, du Arche des Bundes, bitte für uns
Herz Mariä, du Pforte des Himmels, bitte für uns
Glorreiches Herz Mariä, bitte für uns
Mächtiges Herz Mariä, bitte für uns
Gütiges Herz Mariä, bitte für uns
Getreues Herz Mariä, bitte für uns
Lobwürdiges Herz Mariä, bitte für uns
Liebreiches Herz Mariä, bitte für uns
Sanftmütiges Herz Mariä, bitte für uns
Demütiges Herz Mariä, bitte für uns
Geduldiges Herz Mariä, bitte für uns
Herz Mariä, für uns von Schmerzen durch bohrt, bitte für uns
Herz Mariä, du Licht der Verirrten, bitte für uns
Herz Mariä, du Zuflucht der Sünder, bitte für uns
Herz Mariä, du Stärke der Gerechten Herz Mariä, du Trost der Betrübten, bitte für uns
Herz Mariä, du Kraft in Versuchungen, bitte für uns
Herz Mariä, du Hilfe in allen Trübsalen, bitte für uns
Herz Mariä, du Hoffnung der Sterbenden, bitte für uns
Herz Mariä, du Unterpfand der Verheißungen Jesu, bitte für uns
Herz Mariä, du vollkommenes Brandopfer der göttlichen Liebe, bitte für uns
Herz Mariä, du Freude aller Heiligen, bitte für uns
Herz Mariä, mit Herrlichkeit und Macht im Himmel gekrönt, bitte für uns

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr!
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr!
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erbarme dich unser!

V. Unbefleckte Gottesmutter, sanftmütig und demütig von Herzen,
A. gestalte unser Herz nach des Heilands Herzen.

Lasset uns beten:
Gott der Güte, der Du das heiligste und Unbefleckte Herz Mariens mit den nämlichen Gefühlen des Erbarmens und der Liebe für uns erfüllt hast, wovon das Herz Deines und ihres Sohnes immer durchdrungen war, verleihe allen, die dieses Unbefleckte Herz verehren, dass sie durch seine Verdienste eine vollkommene Übereinstimmung der Gesinnungen und Neigungen mit dem heiligsten Herzen Jesu erlangen und bis zum Tode bewahren.
Durch denselben Jesus Christus, unsern Herrn.
Amen.

19.06.2020

Weihe der Menschheit an das Heiligste Herz Jesu


Am 25. Mai 1899 veröffentlichte Papst Leo XIII. seine Enzyklika „Annum sacrum“ über die Weihe des Menschengeschlechtes an das Heiligste Herz Jesu und fügte und fügte im Anhang folgenden Weihetext an:



Süßester Jesu, Erlöser des Menschengeschlechtes, blicke gnädig auf uns, die wir in tiefer Demut uns vor deinem Altare niederwerfen. Dir gehören wir, dein wollen wir sein. Um aber noch fester mit dir verbunden sein zu können, siehe, weiht sich ein jeder von uns heute aus freien Stücken deinem Heiligsten Herzen. – Viele haben dich nie gekannt, viele haben deine Gebote verachtet und dich verschmäht. Erbarme dich ihrer aller, o gütigster Jesu, und ziehe alle an dein heiliges Herz. Du, o Herr, sollst der König sein, nicht bloß über die Gläubigen, welche niemals von dir abgewichen sind, sondern auch über die verlorenen Söhne, welche dich verlassen haben. Bewirke, dass diese zum Vaterhause zurückeilen und nicht in Elend und Armut zu Grunde gehen. Sei König über diejenigen, welche Irrlehren verführt haben oder welche Zwietracht (von deiner Kirche) trennt, und rufe sie zum Hort der Wahrheit und zur Einheit des Glaubens zurück, damit bald Ein Schafstall sei und Ein Hirt. Sei endlich auch der König über diejenigen alle, welche immer noch im alten Aberglauben des Heidentums leben, und versage ihnen nicht die Befreiung aus der Finsternis und die Berufung zu deinem Eigentume im Lichte und Reiche Gottes. Schenke, o Herr, deiner Kirche Freiheit, Ruhe und Sicherheit. Schenke allen Völkern Frieden und Ordnung und mache, dass von Pol zu Pol der eine Ruf ertöne : Gelobt sei das göttliche Herz Jesu, durch welches uns das Heil geworden; ihm sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit. Amen.

12.06.2020

Die Tauben von Fatima



Als die wunderbare Statue der Gottesmutter von Fatima, das weltberühmte Gnadenbild, im Jahre 1946 in einer Prozession von Bombarral nach Lissabon getragen wurde, gingen auch zwei Freunde in der jubelnden Menge mit, die der Statue der Madonna huldigte, wie man es nicht mal bei einem fürstlichen Empfang beobachtet hatte.


Carlos war ein gläubiger junger Mensch. Als das Gnadenbild an ihm vorüberzog, rief und jubelte er wie alle: „Ave, ave Maria!“ und warf der Statue Unserer Lieben Frau Blumen zu. Fernando aber, sein Freund, stand verächtlich lächelnd da und sagte: „Daß es so etwas noch im 20. Jahrhundert gib! Die Marienverehrung lasse ich mir noch gefallen, aber schließlich ist dies nur ein Bild; doch das grenzt an Götzendienst. Schau dir die vor Freude weinenden Frauen an, wie sie die Kinder hochheben, damit sie dem toten Bild Kußhände zuwerfen! Das geht zu weit, Carlos, sag es selbst!“ Der Freund schüttelte den Kopf und sah mit glänzenden Augen zu der goldgekrönten, weißschimmernden Gestalt hin. Unmerklich wurden sie von der Menge mitgezogen.

„Versündige dich nicht mit deinem Murren, Freund“, sagte er ernst zu Fernando, „nicht viele Sterbliche sind so glücklich wie jene Kinder von Fatima, die die Gottesmutter sehen und sprechen durften. Ich bin überzeugt, daß die mütterlichste aller Frauen die Huldigung, die ihrem Bild geschieht, genauso liebevoll annimmt, als sei sie selbst zugegen. Schmückst du nicht auch das Bild deiner toten Mutter mit Blumen und lächelst ihm zu?“ Fernando aber sah fort und murmelte: „Das ist etwas ganz anderes.“

Er blickte zum Himmel, wo drei weiße Tauben im herrlichen Blau kreisten. „Sieh dort, die wiegen sich hoch über der Torheit der Menschen. Sie sind viel gescheiter, halten sich fern vom Gedränge.“

Im nächsten Augenblick stockte ihm der Atem. Die drei weißleuchtenden Tauben senkten sich herab und kreisten über der Statue, die hoch über den Köpfen der Träger ragte. Dann schwebten sie noch tiefer und ließen sich nebeneinander auf dem Sockel der Statue nieder, dicht an die Füße der Madonna gekauert. Jubelrufe brausten auf, Händeklatschen, Böllerkrachen, die Tauben ließen sich davon nicht beirren. Ein erneuter Blumenregen ging von allen Seiten auf die lächelnde Madonna nieder.

„Jetzt müssen sie doch fortfliegen!“ rief Fernando. Er war kreidebleich. Die Tauben aber duckten nur die Köpfchen und breiteten schützend die Schwingen, wenn ihnen der Blumenregen zu dicht wurde. Leise und zärtlich gurrend schmiegten sie sich noch dichter an die Statue. Dort blieben sie Stunden und Tage unbewegt sitzen, ließen sich füttern, waren aber nicht zu bewegen, ihren erwählten Platz aufzugeben. Sie wurden fotografiert von nah und fern, aber es störte die sonst so scheuen Tiere nicht.

Fernando ging Stunde um Stunde neben Carlos her und merkte kaum, daß seine Lippen alle Ave Maria mitbeteten, die unermüdlich angestimmt wurden. Seine Augen hingen an der Statue. Auch als sie Einzug im Dom zu Lissabon hielten, blieben die Tauben. Aber bei der Kommunionsmesse am 6. Dezember 1946 erhob sich eine der Tauben und setzte sich auf die goldene Krone der Madonna, anzusehen wie das Sinnbild des Heiligen Geistes.

Die Menge schaute, staunte und war ergriffen. Fernando aber stand und hatte ein kleines Mädchen auf den Arm gehoben, damit es besser sehen konnte. Es war der Madonna Kußhändchen zu.

CML: Die schönsten Mariengeschichten, zusammengestellt von K. M. Harrer, Miriam-Verlag, 2000, S. 134-135

05.06.2020

Gebet für das Vaterland


 
Auf die Fürsprache des Hl. Bonifatius

V. Ich bin das Heil des Volkes, spricht der Herr. In Ewigkeit bin ich euer Gott! Mein Volk: Hab acht auf mein Gesetz und neig dein Ohr den Worten meines Mundes!
A. Und wir, Herr, sind Dein Volk. / die Schäflein Deiner Weide! / Wir wollen ewiglich Dich preisen / und künden Deinen Ruhm.

V. Herr, nach dem Vorbild Deines eigenen Wesens hast Du die Welt erschaffen, und alles, was geschaffen ist, soll ein Abbild Deiner unendlichen Vollkommenheit sein. So bitten wir Dich, lass auch die Regierung unseres Vaterlandes ein Abbild Deiner unendlich weisen, gerechten und gütigen Leitung der ganzen Welt sein. Deine Wahrheit sei ihr Weg und Leuchte, Deine Gerechtigkeit Vorbild und Warnung zugleich, Deine Gnade Kraft und Stärke. Segne ihr Sinnen und Arbeiten für das Wohl des Volkes. Verleihe und erhalte uns Wohlfahrt und Frieden, Frieden mit den Nachbarn unserer Grenzen, Eintracht und Frieden im Innern und segensvollen Frieden auch mit Deiner heiligen Kirche, Segne unser ganzes Volk und lass es einen Sitz voll Ehre und Würde einnehmen im Rate der Völker.
A Amen.

V Segne, o Gott, unser Vaterland. Beschütze auch alle weltlichen Obrigkeiten. Gib ihnen christliche Gerechtigkeit und Weisheit, damit sie verordnen, was recht, und mit Kraft vollbringen, was heilsam ist. Pflanze in die Herzen der Obrigkeit Gedanken des Friedens. Gib den Richtern und Vorstehern Gerechtigkeit, Redlichkeit, Unbestechlichkeit, Treue und Wohlwollen, damit das Böse verhindert, das Gute belohnt, das Laster bestraft, dem Übel gesteuert und das allgemeine Wohl gefördert werde. Gib allen Untergebenen, dass sie ihre Obrigkeiten ehren und lieben, die Gesetze der Gerechtigkeit gewissenhaft befolgen und mit unerschütterlicher Treue ihre Pflichten erfüllen.
A Frieden gib uns gnädiglich, / Herr,·Gott, zu unsern Zeiten; / denn es ist kein anderer, / der für uns könnte streiten, / als Du, o Gott und Vater!

Quelle: Gebet- und Gesangbuch für das Bistum Mainz, Herausgegeben vom Bischöflichen Ordinariat Mainz im Mathias-Grünewald-Verlag Mainz, 1963

Tagesheilige 5. Juni - Hl. Bonifatius, „Apostel Deutschlands“




Hl. Bonifatius, „Apostel Deutschlands“
Glaubensbote in Deutschland, Bischof von Mainz, Märtyrer
* um 673 in Crediton (?) in der Grafschaft Devonshire in England 
† 5. Juni 754 bei Dokkum in den Niederlanden

Bonifatius, ursprünglich Winfrid, um 673 im Königreich Wessex in England geboren, wurde in den Klöstern Exeter und Nursling erzogen. Mit dreißig Jahren wurde er zum Priester geweiht, mit vierzig reiste er zum ersten Mal als Missionar nach Germanien. Dreimal machte er die Reise nach Rom. Von Papst Gregor II. erhielt er 719 den Missionsauftrag und den Namen Bonifatius. 722 die Bischofsweihe. Von Gregor III. wurde er 732 zum Erzbischof ernannt. Er organisierte die Kirche in Bayern, Hessen und Thüringen durch Gründung von Bistümern und versuchte, die fränkische Kirche durch Synoden zu reformieren. Wo er missionierte, errichtete er auch Klöster als Mittelpunkte der Missionsarbeit, Orte des Gebets und Pflanzstätten der Kultur. Seine Lieblingsgründung war das Kloster Fulda (744), wo er auch begraben ist und wo sich seit 1869 die deutschen Bischöfe zu ihren jährlichen Konferenzen versammeln. Am 5. Juni 754 wurde Bonifatius mit 52 Begleitern bei Dokkum von den Friesen erschlagen. Er wird der Apostel Deutschlands und auch der Apostel der abendländischen Kultur genannt.
Schrein mit dem Haupt des großen Bonifatius im Dommuseum vom Fulda
In goldenen Buchstaben
„Schon oft hat Deine Nächstenliebe meine Traurigkeit gelindert, sei es durch Vermittlung von Büchern oder durch Unterstützung mit Kleidern. So bitte ich auch jetzt noch zu mehren, was Du begonnen hast, d. h., mir in Goldbuchstaben die Briefe meines Herrn, des heiligen Apostels abzuschreiben, zur Achtung und Ehrfurcht vor der Heiligen Schrift in den Augen der Fleischesmenschen bei der Predigt, und weil ich die Worte gerade dessen, der mich auf diese Fahrt ausgesandt hat, allezeit vor Augen haben möchte. Das für die erbetene Abschrift erforderliche (Gold) schicke ich durch den Priester Eoba.“ (Bonifatius, Brief an die Äbtissin Eadburg)
http://www.erzabtei-beuron.de/schott/proprium/Juni05.htm

Quelle: https://evangeliumtagfuertag.org


26.05.2020

Novene zum hl. Bonifatius (5.6.) zur katholischen Erneuerung Deutschlands: vom 27.5. bis 4.6.

Am 05. Juni gedenkt die Kirche des hl. Bonifatius, Bischof, Martyrer, Apostel der Deutschen.
Deshalb möchte ich morgen, am Mittwoch, den 27.5., eine Novene beginnen - zur katholischen Erneuerung Deutschlands!
Wer möchte darf sich gerne anschließen.
Diakon Roland

Der heilige Bonifatius,
Alfred Rethel, 1832.
(Public domain)

V: Apostel der Deutschen, heiliger Bonifatius! In kraftvollem Wirken hast du den Stämmen unseres Volkes den christlichen Glauben gebracht.

A: Hilf uns, das heilige Erbe zu wahren.

V: Heiliger Bonifatius! Du hast in die Nacht des Heidentums das leuchtende Licht der Frohbotschaft getragen.

A: Hilf uns, Christus und seiner Kirche die Treue zu halten, und lass unser Volk nicht zurückfallen in ein zweites Heidentum.

V: Heiliger Bonifatius! Du hast die Kirche Deutschlands in Treue mit dem Stellvertreter Christi auf Erden verbunden.

A: Stärke uns in der Treue zum Nachfolger des heiligen Petrus.

V: Heiliger Bonifatius! Du hast die Kirche Deutschlands geordnet, hast Bistümer gegründet und Oberhirten eingesetzt, für das Volk Gottes zu sorgen.

A: Erbitte unseren Bischöfen Erleuchtung und Kraft, damit sie das Werk des Glaubens fortführen und verteidigen. Dem christlichen Volke aber erbitte freudige Ergebenheit gegen seine Oberhirten, besonders für die Zeiten des Kampfes und der Entscheidung.

V: Heiliger Bonifatius! Du hast in deutschen Landen Klöster gegründet als heilige Gottesburgen des Glaubens und der Kirche.

A: Segne die deutschen Klöster und Ordenshäuser, lass sie wachsen nach innen und nach außen und schütze sie gegen die Angriffe ihrer Feinde.

V: Heiliger Bonifatius! Du hast das Licht des Glaubens mitten hineingetragen in Unglauben und Aberglauben; stets waren die Christen deine besondere Sorge, die in heidnischer Umwelt leben mussten. Auch heute müssen viele unserer Brüder ihren Glauben wahren inmitten von Unglauben, Irrglauben und Gotteshass.

A: Komm ihnen zu Hilfe, die in der Zerstreuung leben, die deinem Schutze besonders anempfohlen sind! Hilf ihnen das heilige Erbe zu wahren, hilf ihnen treu nach ihrem Glauben zu leben, für ihren Glauben zu kämpfen und Opfer zubringen.

V: Heiliger Bonifatius! Du hast für den Glauben unseres Volkes in heiliger Bereitschaft und Freude selbst dein Leben hingegeben.

A: Erflehe auch uns diesen heiligen christlichen Starkmut, dass wir lieber bereit sind zu sterben, als das Erbe unserer Väter, den heiligen katholischen Glauben zu verleugnen.

V: Heiliger Bonifatius! Lass uns eingedenk sein der großen christlichen Geschichte des Reiches der Deutschen, der großen Gnaden, die der Herr gerade unserem Volke geschenkt hat!

A: Hilf uns, das heilige Erbe unseres Glaubens zu bewahren.

V: Bitte für uns heiliger Bonifatius,

A: auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

V: Lasset uns beten. O Gott, Du hast durch den Eifer Deines heiligen Märtyrers und Bischofs Bonifatius zahlreiche Völker zur Erkenntnis Deines Namens huldvoll berufen. Laß uns die Macht seiner Fürbitte erfahren! Durch Christus, unsern Herrn. Amen




22.05.2020

Ruhe auf der Flucht


Die Flucht der hl. Familie nach Ägypten wird bei Lukas (2,14) erwähnt, in apokryphen Schriften und der Legenda Aurea ausführlicher beschrieben und gehört zu den Sieben Schmerzen Mariens. Auf dem Bild sieht man genau in der Mittelachse Maria sitzen, das Kind auf ihrem Schoß. So ist sie selbst der Thron Gottes, Thron der Weisheit. Das Rot ihres Kleides steht für Liebe, das Blau des Umhangs für Himmel und Reinheit. Das Kind hält eine Weintraube als Hinweis auf die Eucharistie und das Opfer Jesu, da aus den Früchten der Trauben der Wein und aus dem Wein das Blut Christi wird. In einer Rasenleiste am unteren Bildrand kann man auch eine blühende Erdbeere erkennen, deren dreiteilige Blätter auf die Trinität verweisen und die roten Früchte auf die Passion Christi. Der hl. Joseph schlägt von einem Baum Früchte. Der Maler setzte die Dattelpalme des Orients zu einer Esskastanie um, passend zum Ambiente der Heimat des Malers.
Genial vermittelt der Maler die „Ruhe“ des Bildtitels mit den Farbtönen blau und grünblau. Er hat ein Andachtsbild mit möglichst wenig Bewegung geschaffen.
Das Bild ist späte Spätgotik. Es hat keinen Goldhintergrund mehr, sondern der Himmel ist schon blau. Das Kind ist nicht symbolhaft vergrößert sondern realistisch klein. Das Bild ist noch keine Frührenaissance. Im Bild gibt es noch keine realistische Perspektive. Die Verkleinerungen im den Hintergrund sind noch sehr extrem. Nach diesen wenigen Kriterien kann man das Bild in den Anfang des 16. Jahrhunderts datieren.


Titelbild DER FELS Januar 2013

18.05.2020

Prozessionen der Bittwoche

Bittgänge


Es ist etwas wunderbar schönes um die Bittgänge, welche die heilige Kirche am Markustag und besonders in der Bittwoche drei Tage vor Christi Himmelfahrt angeordnet hat. Ich weiß nicht, was ich mehr bewundern soll, sie Sorge der Kirche um das Heil ihrer Kinder, welche auch den Weg zum Himmel wandeln, oder ihr tiefsinniges Verständnis für deren irdisches Hoffen und Wohlergehen. Vierzig Tage wandelte der auferstandene Heiland auf Erden, bevor er dieselbe verließ, und überall, wo er erschien, spendete er Trost, Segen und Frieden.
An dieses Erdenwallen erinnern die Bittgänge oder Prozessionen der Bittwoche.

Die heilige Kirche denkt an die Worte des Heilandes: „Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Um was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das wir er euch geben.“

Und deshalb ladet sie an den Bitttagen ihre Kinder ein, hinauszupilgern durch die Fluren, um Gottes Segen auf die keimenden Saaten herabzuflehen. Voran geht das Kreuz, das Sinnbild des auferstandenen Heilandes, geleitet von Siegesfahnen.
Als König der Schöpfung fordern wir mit dem Psalmisten auch Himmel und Sonne, Wolken und Regen, Felder und Wälder, Vögel und Tiere auf, Gott den Herrn zu verherrlichen. Alles, was da um uns grünt und blüht, was da lebt und webt, wird uns zu einer wunderbaren Harfe, auf welcher wir  das Lob Gottes, unseres Schöpfers, singen.

„Der Böse Geist sucht die Betenden auf jede mögliche Art zu zerstreuen. Du aber, meine Tochter, bemühe dich bei allen Zerstreuungen, die dich während des Gebetes anfechten, nur immer in deinem guten Willen und heiligen Verlangen nach Kräften auszuharren, dann wird dein Gebet gut und nützlich sein!“   (Worte der sel. Jungfrau Maria an die hl. Brigitta)


Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. - Hrsg.: Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“ - DVCK e. V., Frankfurt am Main