27.01.2020

Tagesgedanke vom hl. Franz von Sales


„Wir können uns nicht herbeilassen, ganz nach Art und Welt zu leben, ohne uns von Gott zu entfernen und so alles verlieren!“  (Hl . Franz von Sales)


Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. - Hrsg.: Aktion „Deutschland brauch Mariens Hilfe“ - DVCK e. V., Frankfurt am Main

Herz Jesu: Eine äußerst zeitgemäße Andacht


In unseren Tagen erleben wir einen allmählich fortschreitenden, hinterhältigen Prozess der Entchristlichung der Gesellschaft, dessen Ziel darin besteht, allen Einfluss des Evangeliums auf das Leben der Völker zu zerstören und nach und nach das überkommene Christentum durch ein gottloses „Reich des Menschen“ zu ersetzen, das sich vom Gesetz Gottes völlig gelöst hat. Diese Entwicklung hat ihren Anfang gegen Ende des 15. Jahrhunderts genommen, als ein anthropozentrischer, neuheidnischer Humanismus Fuß zu fassen begann. Mit der Zeit hat sie sich vom künstlerisch-kulturellen Bereich ausgehend auf die Gebiete der Religion, der Politik und des Wirtschaftlich-Sozialen ausgedehnt, bis sie sich schließlich mit den totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts und in jüngster Zeit mit der anarchischen soziokulturellen Propaganda der „Postmoderne“ im ganzen öffentlichen Leben durchgesetzt hat. Inzwischen geht man sogar so weit, Europa und der ganzen westlichen Welt ihre christlichen Wurzeln abzusprechen und eine jede Spur von diesen zu tilgen.

Wenn sie richtig geübt wird, kann die Andacht zum Heiligsten Herzen Jesu zur geeigneten Waffe gegen diese gesellschaftliche und geistige Entwicklung werden, die gegen das Heil der Seelen gerichtet ist. Nach den Worten von Papst Leo XIII. bildet das Heiligste Herz Jesu heute das neue himmlische Zeichen, das es - angefangen bei unseren Herzen - überall einzugravieren gilt. Um den großen, gegen den Glauben gerichteten Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen, muss seine Botschaft von allen Gläubigen angenommen werden.


Am Ende wird die Kirche den Sieg davontragen, denn sie kann sich auf die unbedingte Verheißung des Erlösers beim letzten Abendmahl verlassen: „Seid getrost: Ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33).

26.01.2020

Emmauswege!


Emmauswege, vielfach verzweigte und umdüsterte, wandern wir alle nicht selten in unseren Leben. Zahlreiche Karwochenereignisse treiben uns alle auf diese Wege. Dürr im Herzen, empfindungslos im Gemüte, regungslos im Willen, so zieht man seines Weges, nicht nach Jerusalem hinsehend, nicht nach oben schauend, dagegen sich den Geschöpfen und selbst niedrigsten Dingen der Erde überlassend.
So ist man lau und strebensarm, bis der Heiland als Weggenosse erscheint, beispielsweise in einer Predigtstunde oder während eines Exerzitienvortrages. Da zeigt er uns seinen Willen und sein Wünschen für uns, was das Schönste und Beste für uns ist. „Herr, bleibe bei uns!“ Bleibt er bei uns und wir bei ihm, dann wird jeder Schritt uns vorwärts und aufwärts führen. Das Fernbleiben von ihn wäre für uns verhängnisvoll.

Frage die Modernen: Vermöget ihr uns den Sinn des Lebens ganz zu erschließen? Nein! Nur in der Hand Gottes und seinen Führungen und Absichten verstehen wir, was die einzelnen Dinge und Ereignisse von uns wollen, was sie uns sagen.

„Die Erlösung am Kreuze lässt sich nur begreifen von der Höhe der Gottheit. Wir müssen denken an unendliche Liebe, unendliche Barmherzigkeit, aber auch an den unendlichen Reichtum der Herrlichkeit, welcher der Gottheit zu Gebote stand, um den gekreuzigten Sohn Gottes mit jener Verherrlichung zu krönen, welche der unermesslichen Erniedrigung am Kreuzholze entspricht.“  (P. Tilmann Pesch)

Wie erlangen die Jünger diesen Trost? Durch die Güte des Herrn, für den Leid und Kreuz, in seinem Dienste getragen, stets ein Beweggrund ist, zu helfen und zu trösten. Durch ihre Hochschätzung und treue Anhänglichkeit an den Herrn; durch fromme Unterhaltungen über den Herrn.
Bei guten Gesprächen ist der Heiland stets in der Nähe (Matth. 18, 20). Endlich durch freundliche und dankbare Einladung. Wäre si nicht erfolgt, so wäre er weitergegangen. So aber wurden sie übermäßig belohnt.


Daher aus der guten alten Zeit das Sprichwort:
Hospes venit, Christus venit. — Ein Fremder kommt, Christus kommt — Jesus dein Wegbegleiter!

Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. - Hrsg.: Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“ - DVCK e. V., Frankfurt am Main

25.01.2020

Der Wert einer Seele


Kennst du den Wert einer Seele – deiner Seele?
Für sie ist Gottes Sohn Mensch geworden.
Für sie hat Christus die Kirche gegründet . . . das ist die Seele dem Heilande wert.

Und was sagen die Heiligen?

„O hättest du die Schönheit einer mit der Gnade geschmückten Seele gesehen, gewiss würdest du auch um einer einzigen willen tausendmal in den Tod gehen!“
(Hl. Katharina von Siena).

„Nimm mir alles, o Herr! Lass mich nur Seelen retten!“
(Hl. Franz von Sales)

„Ich möchte das Fegefeuer bis zum Weltgerichte auf mich nehmen, um auch nur eine Seele zu retten!“
(Hl. Theresia von Avila)

„Ich bitte Jesus, mir Kreuz zu geben, damit ich ihm durch Gebet und Leiden Seelen gewinnen kann!“
(Hl. Gemma Galgani)

So denken und reden die Heiligen über die Menschenseele:
Wie denkst du darüber?  -  Was tust du für sie?

„Ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Werten – Gold und Silber – von eurem verkehrten, von den Vätern ererbten Wandel losgekauft worden seid, sondern durch das kostbare Blut Jesu Christi.“ (1 Petr. 1, 18. 19.)

Quelle: Weggeleit – P. Jakob Koch SVD. - St. Gabriel-Verlag, Wien

24.01.2020

Die Wirksamkeit der Bitten


Der Mensch ist ununterbrochen von den Gnaden Gottes abhängig. Zahlreich sind die Hinweise im Alten und im Neuen Testament, dass die Gnade Gottes und seine natürlichen und übernatürlichen Gunsterweise von uns Menschen mir Beharrlichkeit erbeten werden müssen. Wer um Gnaden bittet, wir sie erhalten; wer nicht, wir sie nicht erhalten.

Die Wirksamkeit der Bitte steht jedoch im Verhältnis zu der Gesinnung des Bittenden. Eine gute Gesinnung hat die Erhörung seiner Bitten zur folge; eine schlechte Gesinnung beeinträchtigt sie.

Man muss vorsichtig im Umgang mit den Worten sein, um dieses Thema nicht zu vereinfachen. Mit dem Gesagten ist nicht gemeint, dass, immer dann, wenn jemand nicht in einer rechten Gesinnung ist, seine Bitten nicht erhört werden. Ein nicht geordneter seelischer Zustand ist von sich aus ein Grund, die Erhörung einer Bitte zu erschweren. Doch die Barmherzigkeit Gottes ist dermaßen groß, dass wir im Evangelium lesen können, wie Jesus selbst einer Bitte der Teufel, die kein Gebet war, nachgekommen ist: Aus einem Besessenen trieb er die Dämonen aus, die ihn baten, er solle sie zu den Schweinen schicken. Jesus gestatte es ihnen und die Schweine stürzten sich den Abhang hinunter in die See und ertranken (vgl. Mk. 5, 1-20) Selbst so eine Bitte kann erhört werden.

Was wir aber klarstellen wollen, ist, dass der Erfolg einer Bitte sehr eng an die innere Gesinnung des Bittenden gebunden ist. In diesem Sinn gibt es eine Stelle im Buch Jesus Sirach, die uns auffordert, vor dem Gebet unseren Geist vorzubereiten (vgl. Sir. 18, 23).

Wenn dem so ist, stellt sich uns folgende Frage: Haben wir die entsprechende Gesinnung, damit unsere Bitten erhört werden können? In Erwägung der unendlichen Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten – in welchem Zustand befinden uns wir, um erhört zu werden?


Quelle: Wahre Andacht zur Muttergottes – Ein Licht in den Wirren unserer Zeit – Plinio Corrêa de Oliveira – Hrsg.:  Verein Österreichische Jugend CGDR, Wien

23.01.2020

Eine große Liebesunio


„Wenn ihr auf meine Verwundungen schaut, dann wisst, dass es nichts gibt an meinem Leib, an meiner Seele und meinem Geist, was nicht für euch gelitten hätte. Je größer mein Leiden war, umso mehr habe ich euch geliebt, euch alle, und mein größter Schmerz war und ist es, dass ihr nicht eins seid in der Liebe. So seid ihr nicht in Frieden und nicht in der Einheit meiner Liebe.
Meine Liebe ist Wahrheit, weil die Liebe des Vaters Wahrheit ist, Wahrheit in der Liebe des Heiligen Geistes, in einer unzertrennlichen Einheit der Liebe. Bleibt in meiner Liebe, dann seid ihr durch mich eins: Eine große Liebesunio, eingeschlossen in die alle und alles umfassende Liebe des dreieinigen Gottes.“

Quelle: Die Liebe Gottes und die Wunden Jesu – Franziska Maria von der gekreuzigten Liebe – Betrachtungen – Band 2. - Verlag UCLG, Augsburg

13.01.2020

Für Gott kann Liturgie nie zu schön gepflegt sein



Unsere irdische Liturgie, die ganz auf die Feier dieser in der Geschichte einmaligen Ereignisses ausgerichtet ist, wird niemals vollständig dessen unendlichen Fülle zum Ausdruck bringen können. Die Schönheit der Riten wird sicherlich niemals erlesen, gepflegt und durchdacht genug sein können, weil nichts zu schön sein kann für Gott, der die unendliche Schönheit ist. Unsere irdischen Liturgiefeiern können immer nur ein blasser Abglanz jener Liturgie sein, die im himmlischen Jerusalem, dem Ziel unserer irdischen Pilgerreise gefeiert wird. Mögen unsere Gottesdienste ihr dennoch möglichst nahe kommen und Vorgeschmack auf sie sein.

Quelle: www.papstbenediktxvi.ch – Vesper in der Kathedrale Notre-Dame in Paris, 12. September 2008





12.01.2020

Kinder, eine Leihgabe Gottes

Die Familie der Kleinen Therese
Väter und Mütter sollen ihre Kinder tugendhaft
aufziehen und sie eher als Gotteskinder ansehen,
denn als ihre eigenen; Leben, Gesundheit und
alles, was sie besitzen, sollen sie als Darlehen
betrachten, die sie von Gott haben.

Man sagt auch: Kinder sind eine Leihgabe! Sie werden
den Eltern für einige Jahre anvertraut, gehören ihnen aber
nicht, sondern müssen immer wieder und immer mehr Gott
zurück-gegeben werden. Damit die Kinder tauglich werden
für das Leben auf dieser Welt und für den Himmel, brauchen
sie in Theorie und Praxis eine gute Einschulung: Ihr Kinder,
gehorcht euren Eltern, wie es vor dem Herrn recht ist. Ehre
deinen Vater und deine Mutter: Das ist ein Hauptgebot und
 ihm folgt die Verheißung: damit es dir gut geht und du lange
lebst auf der Erde. Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn,
sondern erzieht sie in der Zucht und Weisung des Herr! (Eph.
6, 1 – 4).

Quelle: Die Maximen des heiligen Philipp Neri – mit Kurz-
Kommentaren aus dem Oratorium von Aufhausen – P. Win-

fried M. Wermter C.O.

11.01.2020

Frische Luft


Ohne Luft kein Leben . . . Ohne dich, mein Gott, keine Lebendigkeit. Luft ist unsichtbar, ich kann sie nicht fassen. Gott, auch dich können meine Sinne nicht wahrnehmen, und doch bist du da, umgibst mich, durchdringst mich bis in mein Innerstes, wie mich die Luft umgibt und durchdringt.
Manchmal lockt mich das schöne Wetter heraus aus der dumpfen Enge meines Werktags in die frische Luft, wo ich frei und unbeschwert atmen kann. Ich begreife, mein Gott, dass ich die Last meines Alltags von Zeit zu Zeit abschütteln muss, um nur dich zu suchen, in Stille und Gebet.
In verpesteter Luft habe ich das Gefühl, ersticken zu müssen, und versuche, frische Luft zu erlangen.
In der Versuchung muss ich ebenso handeln, mein Gott. Das Gewissen soll sich melden und frische Luft verlangen. Doch durch meine Nachlässigkeit ist mein Gewissen stumpf geworden. Hilf mir zu einem feinfühligen Gewissen.
Ich kann das Fassungsvermögen meiner Lunge erweitern, damit ich freier atme und ungestörter lebe.
Ebenso muss ich ein stärkeres Verlangen nach dir, meinem Gott, wecken. Gott, schenke mir Freude, in freier Luft zu atmen.

Quelle: Jugend vor Gott – Gedanken und Gebete – Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer

10.01.2020

Die oftmalige heilige Kommunion


„Ein himmlisches Leben muss jenes sein, das mit einer himmlischen Speise genährt wird.“  (P.A.)

„Es ist mir unbegreiflich, wie man bei so oftmaliger heilige Kommunion in der Woche sich zufrieden geben kann mit seinen zahllosen großen und kleinen Wunderlichkeiten, ganz oder halb freiwilligen Fehlern gegen die Liebe, den Gehorsam, die Demut . . . ,Judex crederis esse venturus', singen wir im Te Deum nach der heiligen Kommunion. Jetzt kommt der Sohn des Menschen, freilich als unser Heiland, Freund und Bruder; dann aber wird er über jede heilige Kommunion mit uns rechten und deren Früchte von unserer Hand fordern . . . Aus jeder heiligen Kommunion müssen wir den ernstesten Vorsatz ziehen, mit neuem Mut gegen unsere alten Fehler zu kämpfen und unser Herz nach dem Herzen Jesu zu bilden. Fehlt dieser bei unseren heiligen Kommunionen, so wird das Heiligste nach und nach zur furchtbaren Gewohnheit und bereitet den Weg zu einem tiefen Falle vor.“   (P. H. Wegener)

„Christus in sein Herz aufnehmen, das heißt: nach ihm leben; und nach Christus leben, das heißt: aufhören, ein gewöhnlicher Mensch zu sein.“  (Rachmanova)

„Wahrer Adel stammt allein vom Blute des Gottessohnes.“  (Matt Talbot)

„Ich bin der Herr, euer Gott, seid heilig, wie Ich heilig bin.“
(Lev. 11, 44.)


Quelle: Weggeleit – P. Jakob Koch SVD. - St. Gabriel-Verlag, Wien