20.08.2019

„Was er euch sagt, das tut!“


Dieses Wort Mariens, ist das einzige uns im Evangelium überlieferte Wort, das sie zu den Menschen spricht. Die anderen Worte spricht sie mit dem Engel. Mit Gott und mit ihrem Sohn.

Dieses Wort ist an den Menschen aller Zeiten gerichtet, auch an uns. Es ist das einzige, das sie uns in der Bibel gesagt hat.

Es war auf der Hochzeit zu Kana. Der Wein war ausgegangen, und sie hatte es bemerkt. Da sprach sie zu ihrem Sohn: „Sie haben keinen Wein mehr.“

Die Antwort Jesu, die die Unabhängigkeit seiner Sendung als Messias von allen familiären Bindungen unterstreichen sollte, könnte uns hart erscheinen: „Was willst du von mir Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Aber die Stimmlage oder eine Bewegung deuteten ihr wohl an, dass Er ihren Wunsch erfüllen werde. Denn zu den Dienern gewandt sagte sie, auf Jesus deutend:

 „Was er euch sagt, das tut!“

Christus ist unser einziger Mittler beim Vater. Maria hat eine untergeordnete Mittlerschaft: „Mittlerin beim Mittler“ ist der von der strengsten katholischen Theologie verliehene Titel.

Maria kann uns zu Christus führen. Jesus wird immer das einzige Vorbild sein, das Gott den Menschen gibt. Aber wenn Paulus zu sagen wagte: „Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme“ (1 Kor. 11, 1), sollen wir dann nich auch Maria als dazwischenliegendes rein menschliches Vorbild nehmen, das uns näher ist als das Vorbild, das vollkommen menschlich und zugleich göttlich ist? Schließlich war sich Maria immer bewusst, die zweite Stelle in unendlichem Abstand von Jesus einzunehmen. Sie bezeichnete sich nie als Lehrerin, sondern immer als Schülerin. Sie meinte nie, dass wir etwas von ihr lernen sollten.

Aber in diesem einzigen ihrer biblischen Worte („Was er euch sagt, das tut!“ Joh. 2,5), das sie an einfache Menschen richtet und das uns im Evangelium überliefert ist, ist eine ganze Bibliothek der Lehren Mariens verborgen.

Ihren mütterlichen Blick auf die Menschenkinder aller Zeiten und ihren Finger auf den einzigen Meister der erlösten Menschheit gerichtet, erklingt ihre Stimme durch Raum und Zeit mit dieser selben Aufforderung: „Was er euch sagt, das tut!“

Nicht der Stolz ist der Weg zur Heimat der Kinder Gottes. Zur Herrlichkeit kommt man durch Demut. Es ist Christi Gesetz: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ (Lk. 18, 14).

Dieses Gesetz hat sich in Maria erfüllt. Sie sagte es prophetisch: „Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.“ (Lk. 1,48f)

Maria hat ihr Wort an den Engel „Ich bin die Magd des Herrn“ (Lk. 1,38) in ihrem Leben immer in die Tat umgesetzt. „Mir geschehe, wie Du gesagt hast“. Damit hat Maria den Weg ihres ganzen Lebens festgelegt. Maria gab ihr „Ja-Wort“, und Gott wurde in ihrem Schoß Mensch. Marias Mitwirkung bei der Menschwerdung war nur, Gott wirken zu lassen. Wie bei Maria verlangt Gott von uns nicht mehr als unser „Ja“, damit Christus auch in unseren Seelen Gestalt annimmt und wächst.


Quelle: Fatima Ruft – Heft Nr. 148 – Mai 1997

19.08.2019

Mutter Gottes, die Mittlerin


Wenn ein Diener Gottes mit größter Sicherheit durch so viele Fallstricke hindurchgehen will, die überall gelegt sind, so muss er die Mutter Gottes zur Mittlerin bei ihrem Sohne nehmen.

Das Vertrauen zu Maria wächst nicht nur aus theologischen Erwägungen, sondern ist auch die Sache des Herzens und der persönlichen Erfahrung.

Quelle: Die Maximen des heiligen Philipp Neri
mit Kurz-Kommentaren aus dem Oratorium von
Aufhausen. - P. Winfried M. Wermter C.O.



18.08.2019

Keine Unvereinbarkeit zwischen dem Ideal des Soldaten und des Christen



Die Berufung des Soldats — jeder weiß es — ist dem Begriff nach eine Berufung des Dienens; und der Hauptmann des Evangeliums bestätigt uns, dass es zwischen den Forderungen der militärischen Disziplin und denen des Glaubens, zwischen dem Ideal des Soldaten und dem des Gläubigen keine Unvereinbarkeit gibt. Die Verwirklichung der harmonischen Synthese dieses doppelten Ideals sollte das Streben eines jeden Christen sein, der berufen ist — durch persönliche Wahl oder durch Gehorsam gegenüber den Gesetzen — die Uniform anzulegen und ein Teil seiner Kräfte den Tätigkeiten der militärischen Ordnung zu widmen.
Zum heutigen Empfang von Mitgliedern der Streitkräfte des friedfertigen Belgien ist es uns eine Freude, daran zu erinnern, dass sie zugleich und vor allem gute und tapfere Soldaten Christi sind.


Freie Übersetzung aus dem französischen in Paul VI., Audienz für Belgische Soldaten auf ihrer Pilgerfahrt nach Rom, am 21. April 1965 - www.vatican.va

17.08.2019

Der Berg des Gebets



Die Evangelisten sagen uns, dass der Herr sich wiederholt ganze Nächte hindurch  „auf den Berg“ zurückzog, um alleine zu beten.
Diesen „Berg“ brauchen auch wir: Er ist die innere Höhe, die wir ersteigen müssen, der Berg des Gebets.

Quelle: Wer nicht Gott gibt, gibt zu wenig – Ausgewählte Gedanken von Papst Benedikt XVI.

Hrsg.: Kirche in Not/Ostpriesterhilfe - Königstein

16.08.2019

Den Herrn als Mittelpunkt des Familienlebens


Im Römerbrief gibt Paulus uns ein schönes Zeugnis von ihrem Wirken, wenn er schreibt: „Grüßt Priszilla und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus, die für mich ihr eigenes Leben aus Spiel gesetzt haben; nicht allein ich, sondern alle Gemeinden der Heiden sind ihnen dankbar“ (16, 3 – 4).

An Priszilla und Aquila sehen wir, wie wichtig die Tätigkeit christlicher Eheleute ist. Sie zeigen uns, wie ein jedes Haus zu einer Kirche werden kann und das Familienleben seinen Mittelpunkt im Herrn finden soll, und sie zeigen es umgekehrt, wie die Kirche in den Familien einwurzelt und von innen her sich ausbreitet und lebendig wird. Wenn Ehe und Familie vom Glauben und von einer tiefen Spiritualität getragen sind, wird der Einsatz für Christus und für seinen Leib, die Kirche, etwas ganz Selbstverständliches.



Quelle: www.papstbenediktxvi.ch – Den Herrn als Mittelpunkt des Familienlebens

15.08.2019

Missionsaufgabe


„Die welterobernde Missionsaufgabe obliegt, wenn auch in verschiedener Weise, der gesamten katholischen Kirche und allen ihren Gliedern; denn sie ist:
Eine Pflicht des Glaubens; der wahre Glaube drängt vermöge seiner inneren Kraft und seines letzten Zieles, der Verherrlichung Gottes, nach Ausbreitung auf der ganzen Welt und macht es allen Gläubigen zur Ehrenpflicht, für seine Verbreitung zu sorgen.

Eine Pflicht der Liebe, sowohl zu Jesus Christus, der nach dem Heile der Völker dürstet, als auch zu den Millionen von Seelen, die gerettet werden könnten, wenn die Katholiken mit Herz und Hand an dem Missionswerke teilnähmen.

Eine Pflicht des Gehorsams und der Pietät gegen unseren Heiland, dessen letzter Befehl und Abschiedswort lautet: „Geht hinaus in alle Welt und lehret alle Völker . . .“

Eine Pflicht der Dankbarkeit für das hohe Glück, selbst den wahren heiligen Glauben zu besitzen; denn wer von diesem Glück durchdrungen ist, fühlt sich notwendig gedrängt, nach Kräften dazu beizutragen, dass auch anderen dieses Glück zuteil werde.“  
                                         P. Josef Kösters SVD., China)



„Das Heil der Seelen zu besorgen, ist das göttlichste aller göttlichen Werke.“

Aus diesen Gründen bist auch du verpflichtet, dich um die Ausbreitung des heiligen Glaubens in den Heidenländern durch Gebet und Opfer zu kümmern.

„Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte!“
(1 Kor. 9, 16.)


Quelle, Weggeleit – P. Jakob Koch SVD. - St. Gabriel-Verlag, Wien


14.08.2019

Christenverfolgung


Es besteht kein Grund, sich zu wundern, wenn in unseren Tagen, und vielleicht sogar mehr als in den vergangenen Jahrhunderten, die Kirche Jesu Christi und im besonderen ihre Diener Verfolgung, Lügen, Verleumdung und Betrübnisse jeder Art erleiden; aber Wir setzen Unsere Hoffnung um so mehr auf Ihn, der das künftige Unheil vorhergesagt, aber uns zugleich mit diesen Worten im voraus ermahnt hat: „In der Welt werdet ihr zu leiden haben; aber fasset Mut, ich habe die Welt überwunden.“ Wenn Wir auch für die unzählbaren Scharen, die in jenen Gebieten Krankheit, Schmerzen und Ängste erdulden oder im Kerker schmachten, die Worte Christi nicht in die Tat umsetzen können: „Ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Kerker und ihr seid zu mir gekommen“, so können Wir doch eines tun: Mit Unseren Gebeten und Bußübungen können Wir von dem allbarmherzigen Gott erbitten, er möge seine trostbringenden Engel zu jenen leidenden Brüdern, Unseren Söhnen und Töchtern, senden und ihnen reichste himmlische Gaben spenden, die ihre Seelen trösten und stärken und zu himmlischen Dingen erheben. Insbesondere wünschen Wir, dass alle Priester, die täglich das eucharistische Opfer darbringen, all jener Bischöfe und Priester gedenken, die, fern von ihren Kirchen und Gläubigen, keine Möglichkeit haben, an den Altar zu treten, um das Opfer Christi zu feiern und sich und ihre Gläubigen mit göttlicher Speise zu nähren, aus der unsere Seele eine Süßigkeit schöpft, die alles Verlangen übersteigt, und jene Kraft empfängt, die zum Siege führt.


Aus der Enzyklika „Orientale Ecclesia“, 15. Dezember 1952 in „Der Papst sagt“ – Lehren Pius XII., Verlag Heinrich Scheffler, Frankfurt am Main, 1955.

13.08.2019

Ein Nachtmarkt




Ein Nachtmarkt, 1852
Petrus van Sehendel (1806 - 1870)
Privatsammlung / Foto: Christie's Images / Bridgeman Images

Dieser Nachtmarkt im Mondschein bietet uns eine beeindruckende Szene. Die Kerzen auf den Verkaufsständen beleuchten die Waren und lassen die Physiognomien erkennen. Jede Person scheint ihre Geschichte zu haben.

Petrus van Schendel hat ein fruchtbares und vielfältiges Werk geschaffen. Im Alter von 16 Jahren begann er an der Akademie des Beaux­Arts in Antwerpen zu studieren und übersiedelte im Jahr 1845 nach Brüssel. Er hat dreimal geheiratet und hatte 15 Kinder. Er befasste sich mit biblischen Sujets, malte Porträts und war für Landschafts- und Marinemalerei bekannt. Diese wunderschönen nächtlichen Szenen mit Kerzenlicht sind faszinierend.

Im Vordergrund verkauft ein Händler Fische und am Nebentisch bietet ein Mann Lebkuchen an. Ein Straßensänger hat sein kleines Mädchen auf die Drehorgel gehoben. Es gibt so viel auf diesem Bild zu sehen. Die Höflichkeit, die guten Manieren bilden die Struktur einer Gesellschaft, wo jedes Glied seinen eigenen Platz hat. Es gibt keine Eifersucht und keinen Individualismus.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juli 2016)

12.08.2019

Fünf Schleudersteine.


„Gehen wir mutig dem großmauligen Goliath des Unglaubens entgegen. Aber nehmt fünf Steine mit. Werft alle gegen ihn und behaltet ja keinen in der Tasche.

Der erste Stein im Kampfe gegen den modernen Goliath sind die katholischen Schriften. Nicht umsonst hat sie ein Gewaltiger vor hundert Jahren die fünfte Großmacht genannt. Da hieß es: Abonnieren und korrespondieren. Es gibt immer noch Männer, welche katholisch heißen wollen und Zeitungen bezahlen, welche die katholischen Ideale in den Kot zu ziehen versuchen. Fort mit solchem Gift aus den katholischen Familien!

Der zweite Stein ist der Stimmzettel. Er ist eine große Macht. Es kommt sogar vor, dass ein Mann zur Kirche geht und dann nachher ins Gemeindehaus mit einem Stimmzettel wandert, auf welchem er Namen und Antworten geschrieben hat, die im Widerspruch stehen mit der katholischen Gesinnung. Das ist kein ganzer Katholik und er hat eine große Verantwortung vor dem Herrn.

Der dritte Stein ist, wundert euch nicht, der Katechismus. Ich bin vor etwas über dreißig Jahren an einer Versammlung gewesen, bei welcher auch der berühmte Katholikenführer Windhorst anwesend war. Er wurde dort hoch gefeiert.
Aber Windhorst antwortete unter anderem: „Im Grunde genommen haben wir nur den Katechismus aufgesagt.“ Er wollte sagen: „Wir haben uns eben von den katholischen Grundsätzen leiten lassen, wie sie im Katechismus stehen.“
In diesem Sinne: Katechismus, ihr Männer und Frauen.

Der Vierte Stein ist der katholische Verein. Ihr wisst, wie nötig diese Vereine sind, wenn sie gut geleitet werden. Frauen und Töchter, seid tätig auf dem Gebiete der Caritas. Und ihr Frauen, tut das Möglichste, um vor allem – die Familie – gut zu pflegen.

Der fünfte Stein, das Gebet. Ja, das Gebet. „An Gottes Segen ist alles gelegen. Gottes Segen aber will auch erbeten sein.“
(Bischof Jakob Stammler von Basel-Lugano auf dem Katholikentag in Zug).



Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. - Hrsg.: Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“ - DVCK e. V., Frankfurt am Main

11.08.2019

„Was nützt mir das für die Ewigkeit?“

„Quid hoc ad aeterni: atem?
                                               (hl. Aloisius)

Wenn die Ewigkeit nicht meiner wartete, so wäre um der paar Erdenjahre, die ohnehin ganz von Bitterkeiten übersättigt sind, jenes gewaltige „Fiat“ nicht der Mühe wert gewesen, dass es ausgesprochen wurde. Ist aber eine Ewigkeit meine Zukunft, so will und muss ich aus jener Zukunft in dieses Leben schauen und so handeln, wie ein umsichtiger und kluger Geschäftsmann es tun würde.
Da muss ich dann alles von dem Satze unseres heiligen Glaubens aus beurteilen und tun lernen, dass für alle hier getane Arbeit und ertragene Demütigung eine Glorie im Jenseits meiner wartet.
Alles, was hier in Verborgenheit und für Gott geschieht, bleibt nicht für die Ewigkeit verborgen, sondern wird dorten in das strahlende Licht gezogen – für die ganze Ewigkeit. Alles aber auch, was hier öffentlich und aus Eitelkeit oder Prahlerei geschieht, das wird dorten die ganze Ewigkeit nicht mehr gesehen.

„Wer die Kürze der Zeit und die Länge der Ewigkeit erwägt, wird sein Leben recht teuer für Gott verkaufen.“

„O Mensch, verlier dich nicht an kleine Dinge!
Denn du bist zu Kleinem nicht geboren!“
(Meister Eckart)

Von weitem kommen wir her – 
Gottes ewigen Gedanken sind wir entsprungen,
darum muss der Ewigkeitsodem uns umschlungen halten
und die Frage immer auf unseren Lippen liegen:
Was soll das für die Ewigkeit?


„Siehe, Ich komme bald und mit Mir Mein Lohn, um einem jeden zu vergelten nach seinen Werken.“    (Offb. 22, 12)


Quelle: Weggeleit – P. Jakob Koch SVD. - St. Gabriel-Verlag, Wien