27.11.2021

Wundertätige Medaille: Eine immerwährende Hilfe der Gottesmutter


Am 27. November 1830 erschien der katholischen Ordensschwester Cathérine Labouré die Gottesmutter im Mutterhaus der Vinzentinerinnen in Paris. Während der Erscheinung sah Cathérine Labouré die allerseligste Jungfrau Maria innerhalb eines ovalen Rahmens auf der Erdkugel stehend, unter ihren Füßen eine Schlange zertretend. Der Rahmen war geziert mit der Aufschrift: „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.“ An ihren Fingern trug Maria leuchtende Ringe, geschmückt mit Edelsteinen, von denen sehr helles Licht ausging. Die Seherin hörte eine Stimme die sagte: „Lass nach diesem Vorbild eine Medaille prägen! Alle, die sie tragen, werden große Gnaden erlangen. Überreich werden die Gnaden für diejenigen sein, die sie mit Vertrauen am Hals tragen.“


Der Einzige mit dem die Ordensschwester darüber sprechen konnte war ihr Beichtvater Pater Aladel. Er allerdings glaubte zunächst nicht an die Echtheit der Erscheinung. Die Ordensschwester drängte jedoch beständig darauf die Medaillen prägen zu lassen. Nachdem dann der Bischof von Paris die Erscheinungen prüfen ließ, wurden die Medaillen geprägt und verbreitet. Seitdem erfolgten viele Bekehrungen, Heilungen und Hilfen, so dass sie vom Volk bis heute als „wundertätige Medaille“ bezeichnet wird. Am 28. Mai 1933 wurde Schwester Cathérine Labouré seliggesprochen. Die Heiligsprechung erfolgte am 27. Juli 1947.


Quelle: Kathnews

15.11.2021

Tagesheilige – 15. November: Hl Leopold III



Hl. Leopold III.

Markgraf, Klostergründer
Geboren: um 1075 in Gars, Österreich – Gestorben: 15. November 1136 in Österreich
Patron von Österreich

Leopold ist der Patron von Österreich und trug einst maßgeblich zu der heutige Größe des Landes bei. Der um 1075 geborene Sohn von Markgraf II. wurde im Kloster Melk von Bischof Altmann von Passau erzogen. Im Jahr 1106 heiratete Leopold III. Agnes, die Tochter von Kaiser Heinrich V. Aus dieser Ehe gingen 18 Kinder hervor, unter anderen auch der spätere mächtige Bischof Otto von Freising. Während des Investiturstreites stand Leopold trotz dieser engen Beziehung zum Kaiserhaus immer treu zum Papst und unterstellte diesem im Jahr 1110 sogar das Stift Melk. Zahlreiche Klöster in Österreich wurden von Leopold gegründet, viele bereits bestehende großzügig ausgestattet. Im Jahr 1125 verzichtete Leopold III. auf die deutsche Kaiserkrone.
Nach einem Jagdunfall starb Leopold III. am 15. November 1136, sieben Jahre vor seiner Frau Agnes. Beigesetzt wurde er im Kapitelsaal des Stifts Klosterneuburg bei Wien, das er 1113 erworben und reich ausgestattet hatte; ein Jahr später hatte Leopold auch den Grundstein zu der mächtigen Stiftskirche gelegt, die noch heute, obwohl sie mehrfach unvorteilhaft restauriert wurde, zu den großen Sehenswürdigkeiten Österreichs gehört. Die Erhebung zum österreichischen Landespatron erfolgte 1683, die Kanonisation Leopolds war schon 1485 von Papst Innozenz VIII. durchgeführt worden.

Darstellung: Leopold III. Ist auf allen Abbildungen in fürstlicher mit dem Markgrafenhut dargestellt. Vor allem in der Stiftskirche Klosterneuburg gibt es viele Darstellungen, so auch den berühmten Leopoldaltar (1507) von Rueland Frueauf. Oft wurde Leopold III. Auch zusammen mit seiner Ehefrau Agnes abgebildet, nicht selten auch mit seinen sechs Söhnen. Ein Stich von Albrecht Dürer (1515) zeigt Leopold unter den Schutzheiligen Österreichs.



Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag

13.10.2021

Schau aus nach dem Stern, ruf zu Maria


Das dritte Jahrtausend hat mit einer großen Hoffnung besserer Tage begonnen. Leider entspricht die heutige Lage der Welt dieser Hoffnung nicht.
Kriege und blutige Konflikte versetzen die Welt in den Zustand eines globalen Krieges, der alle Länder umfasst. Die Zukunft ist besorgniserregend. In den USA, aber auch in Europa, kommen Skandale von Kindesmissbrauch durch Priester und sogar Bischöfe zutage, die an die schlimmsten moralischen Krisen der Kirchengeschichte erinnern. Solche Skandale werden durch die antikatholisch gesinnte Presse weltweit benutzt, um der Kirche zu schaden. Zugleich nimmt die religiöse Verfolgung in Ländern zu, welche von Kommunisten und Muslimen beeinflusst oder beherrscht sind: Rußland, China, Vietnam, Kuba, Indien, Indonesien usw.
Katastrophal ist auch die moralische Situation in christlichen Ländern. Die Familie und die Erziehung sind in eine Krise geraten. Gesetze, die sich gegen die Gebote Gottes fichten wie die der Homoehe und der Euthanasie, wurden vor kurzem eingeführt. Die Statistiken zeigen, daß die christliche Bevölkerung wegen der geringen Geburten abnimmt und daß sich 50% der Ehepaare scheiden lassen. Die Zahl der Abtreibungen nimmt zu. Ebenso steigende Tendenz bei Drogenkonsum und Kriminalität. Währenddessen haben die antichristlichen Fraktionen im Europäischen Parlament das Sagen.
Viele fragen sich: mein Gott, wann hört das alles auf? Wann wird die von Gott versprochene Hilfe für die Kirche und die Christenheit kommen?
In der Tat wurde uns diese Hilfe schon vor 100 Jahren gegeben! Die Botschaft von Fatima ist der Schlüssel, den uns die Vorsehung gab, um die Ereignisse in der Kirche und in der Weil zu verstehen, ohne weder entmutigt noch übermütig zu werden. Papst Johannes Paul II. äußerte sich dazu: „Die Botschaft von Fatima ist die Version des Evangeliums für die Menschen unserer Zeit“.
Wohlgemerkt, stellt die Botschaft von Fatima eine Weltanschauung dar, die im Einklang mit der katholischen Lehre steht. Sie ruft alle Katholiken dazu auf, einen Kreuzzug zu unternehmen, um den Willen Gottes in unseren Tagen zu befolgen. Wenn diese Botschaft weltweit bekannt und im privaten und öffentlichen Leben angewandt worden wäre, würde die religiöse und moralische Krise auf der ganzen Welt schon gelöst sein. Ebenso auch die verschiedenen wirtschaftlichen und soziokulturellen Krisen, welche uns plagen.
Die Botschaft von Fatima hat - wie Prof. Plinio Correa de Oliveira hinwies eine besondere, geschichtliche und theologisch1e Bedeutung.
Fatima war das bedeutendste übernatürliche Ereignis des 20. Jahrhunderts und das bleibt es noch heute. Viele marianische Botschaften, die von der Kirche anerkannt wurden, sprechen von Glaubenskrise, bitten um Buße, Gebet und Bekehrung. Fatima aber geht weiter. Die Botschaft spricht von Strafen und Verschwinden von Nationen, sie kündigt Kriege an und weist auf Russland hin als eine Geißel Gottes, um die Welt für ihre Sünden zu bestrafen. Diese Botschaft enthält auch Prophezeiungen. Einige davon sind schon in Erfüllung gegangen, was die Echtheit der Botschaft unumstritten macht. Diese Botschaft endet mit einer Prophezeiung der Hoffnung. Nachdem sie voraussagte, daß in Portugal das Dogma des Glaubens immer bewahrt wird sowie die Bekehrung Rußlands, versprach die Heilige Jungfrau Maria: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren!“
Fatima weist in konkreten und aktuellen Worten auf den Kampf zwischen der Stadt Gottes und der Stadt Satans hin, worüber schon der heilige Augustinus und viele Päpste und Heilige gesprochen haben. Ist die Botschaft von Fatima vielleicht nicht der Orientierungspunkt, der uns in Europa und besonders in Deutschland inmitten dieser Glaubensnacht fehlt?
Deutschland braucht eine Erneuerung, besonders was den Glauben betrifft.
Aus diesem Grund bedarf es der Hilfe Unserer Lieben Frau von Fatima und ihrer Botschaft. Dies ist genau die beständige Einladung, welche die Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“ an die Deutschen richtet mit der Gewissheit, daß die Heilige Jungfrau Maria all denen helfen wird, die sie mit Glauben und Vertrauen anrufen.
Indem wir auf die Hilfe Mariens bauen, sagen wir voll Vertrauen mit dem heiligen Bernhard: „Maria ist jener wundervolle, unvergleichliche Stern, der hoch über dem großen weiten Meere schimmert im Glanz herrlicher Verdienste und uns leuchtet durch das Beispiel. Toben Stürme der Versuchung in dir, fährst du auf die Klippen der Trübsal auf, dann schau aus nach dem Stern, ruf zu Maria!“

Vorwort zum Kalender „365 Tage mit Maria“ vom Jahr 2003 der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“ – DVCK e.V. – Frankfurt am Main

13.09.2021

Fünfte Erscheinung: 13. September 1917



Wie die anderen Male wurden von den Anwesenden, deren Anzahl auf 15 bis 20 Tausend oder mehr geschätzt wurde, eine Reihe von Vorgängen in der Atmosphäre beobachtet: das Licht der Sonne wurde so schwach, daß man die Sterne sehen konnte; es fiel eine Art Regen wie von schillernden Blumenblättern oder Schneeflocken, die sich jedoch auflösten, bevor sie den Boden berührten; diesmal fiel besonders eine leuchtende Kugel auf, die langsam und erhaben von Osten nach Westen und am Ende der Erscheinung in Gegenrichtung zog. Wie bereits üblich erblickten die Seher den Widerschein eines Lichtes und danach Unsere Liebe Frau über der Steineiche:
UNSERE LIEBE FRAU: „Betet weiter den Rosenkranz, damit ihr das Ende des Krieges zuwege bringt. Im Oktober kommen auch Unser Herr Jesus Christus, Unsere Liebe Frau von den Sieben Schmerzen und vom Berg Karmel und der Heilige Joseph mit dem Jesuskind, um die Welt zu segnen. Gott ist mit euren Opfern zufrieden. Er will aber nicht, daß ihr mit dem Strick schlaft, legt ihn nur während des Tages an.“ (18)
LUCIA: „Die Leute haben mich gebeten, Euch um viele Dinge zu bitten: um die Heilung einiger Kranker und eines Taubstummen.“
UNSERE LIEBE FRAU: „Ja, einige werde ich heilen, andere nicht. (19) Im Oktober werde ich ein Wunder vollbringen, damit alle glauben.“ (20)
Und sie begann aufzusteigen und entschwand wie üblich.
(V gl. Memórias II, S. 156; IV, S. 346 u. 348; De Marchi, S. 138-139; Walsh, S. 115-116; Ayres da Fonseca, S. 70-71; Galamba de Oliveira, S. 93)
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18) Die Kinder waren dazu übergegangen, ein Stück dicken Strick als Bußgurt zu tragen, den sie nicht einmal vor dem Schlafengehen ablegten. Er hinderte sie oft daran zu schlafen, so daß sie ganze Nächte lang wach blieben. Deshalb das Lob und die Empfehlung unserer Lieben Frau.
19) Bei De Marchi geht der Satz Unserer Lieben Frau weiter: „denn der Herr vertraut ihnen nicht“. Nach den Antworten, die sie Dr. Goulven gegeben hat, sagt Schwester Lucia, daß sie sich nicht erinnern könne, diesen Satz mitgeteilt zu haben (vgl. Sebastiäo Martins dos Reis, A Vidente de Fátima dialoga e responde pelas Aparicoes, S. 45).
An dieser Stelle, erwähnt De Marchi noch die folgende Bitte Lucias an Unsere Liebe Frau: „Viele behaupten, ich sei ein aufdringlicher Mensch und verdiene, aufgehängt oder verbrannt zu werden. Tun Sie bitte ein Wunder, damit alle glauben.“ Diese Sätze sind aber nicht in Lucias Memoiren zu finden.
20) De Marchi fügt noch folgenden Dialog hinzu:
Lucia: „Die Leute haben mir zwei Briefe für Sie übergeben sowie ein Fläschchen Kölnisch Wasser.“
Unsere Liebe Frau: „Das nützt nichts für den Himmel.“
In einer Antwort auf die Fragen von P. José Pedro da Silva sagt Schwester Lucia, daß sie sich nicht daran erinnere, Unserer Lieben Frau „Parfüm“ ausgehändigt zu haben (Vgl. Sebastião Martins dos Reis, A vidente de Fátima dialoga e responde pelas Aparições, S. 63). Auch in den Memoiren der Seherintaucht dieser Dialog nicht auf.


Quelle: Antonio Borelli Machado, “Fatima: Botschaft der Tragödie oder der Hoffnung?“ 10. Auflage, 2003, S. 71f. DVCK e.V. Frankfurt.

12.09.2021

Fest Mariä Namen


Im Jahre 1513 erhielt die Diözese Cuenca in Neukastilien in Spanien die Erlaubnis zur Feier eines Festes zu Ehren des heiligen Namens Mariä. Bald baten auch andere Diözesen um dieses Vorrecht.
Nach dem Sieg über die Türken bei Wien 1683 wurde der Tag durch Papst Innozenz XI. als Fest für die ganze Kirche eingeführt: Am 15. August hatte sich Polenkönig Jan III. Sobieski zusammen mit Karl V. Leopold von Lothringen, Maxilmilian Emanuel von Bayern, dem Markgrafen von Baden und dem Prinzen von Sayoyen mit einem Heer von 65.000 Mann den dreimal so starken Türken, die seit zwei Monaten Wien belagerten, entgegengestellt und dabei das Banner der Gottesmutter vorangetragen. Am 12. September 1683 kam es zur entscheidenden Schlacht, in der die Türken vernichtend geschlagen wurden. Noch im gleichen Jahr bestimmte Papst Innozenz XI. die Feier des Festes Mariä Namen am Sonntag nach Mariä Geburt für die ganze katholische Kirche.
Papst Pius X. verlegte das Fest auf den 12. September, den Siegestag. Im römischen Generalkalender von 1970 wurde dieses Fest gestrichen, da es eine Doppelung zum Fest Mariä Geburt darstellt. Im Diözesankalender für das deutsche Sprachgebiet blieb es wegen des historischen Bezugs zum Sprachgebiet erhalten, v.a. in Österreich wird dieses Fest noch heute begangen. 2001 wurde der Tag als Gedenktag wieder in den Römischen Generalkalender aufgenommen.
Früher hatten die Armen an diesem Tag das Recht, auf den Feldern liegen gebliebenes Korn zu sammeln.


www.heiligenlexikon.de

22.08.2021

Das Leben des reinsten Herzen Mariä


„Ich lebe, aber doch nicht ich,
sondern Christus lebt in mir.“
(Gal. 2, 20).

Cordula Peregrina (C. Wöhler.)

In Marias reinstem Herzen
Hatt' nur DER Gestalt und Leben,
Dem sie ganz in Leid und Schmerzen,
Wie in Lieb' und Lust ergeben.

Beide waren nie zu scheiden -
Sie und Er - zu keiner Stunde;
Herz und Seel' und Sinn von Beiden
Waren eins im engsten Bunde.

Unter ihrem reinsten Herzen
Wollt' neun Monde still Er weilen,
Bis Er kam, des Lebens Schmerzen -
Mensch wie wir - mit uns zu teilen.

In der hehrsten aller Nächte
Hat sie Ihn der Welt geboren,
Dass dem menschlichen Geschlechte
Rettung werd', wie Er geschworen.

Und am Kreuz hat Seine Schmerzen
Sie zutiefst mit Ihm empfunden;
Er am Leib und sie am Herzen
Bluteten aus tausend Wunden.

Bis zu ihrem Heimfahrtsfeste
Blieb Er ihres Lebens Leben;
Mög' dies Glück, dies allerbeste
Auf ihr Fleh'n auch uns Er geben.

Mit bischöflicher Approbation.


09.08.2021

Tagesheilige - 9. August - Hl. Romanus - Ein herrliches Beispiel der Glaubenstreue!


Hl. Romanus

Märtyrer + 258

Die Legende des hl. Romanus

Nicht selten geschah es während der Zeit der ersten Christenverfolgung, dass der Glaubensmut und die Standhaftigkeit der heiligen Märtyrer, womit sie im Angesichte der Marterwerkzeuge und Henker und mitten unter den grässlichsten Peinen den Namen Jesus bekannten, auf die umstehenden Heiden einen solchen Eindruck machten, dass auch diese der Wahrheit Zeugnis gaben und an Jesus glaubten. Dies war auch der Fall mit dem Soldaten Romanus. Dieser tapfere Krieger war bei der Marter des heiligen Diakons Laurentius, dessen Fest morgen gefeiert wird, gegenwärtig. Als er nun sah, wie Laurentius während der ausgesuchtesten Qualen, womit ihn die Henker peinigten, einen so hohen Mut und himmlische Heiterkeit zeigte und wie dieser mit größter Unerschrockenheit und freudiger Zuversicht die Fragen der Richter so bündig beantwortete, kam ihm der Gedanke, daß eine Religion, welche ihren Bekennern selbst im Anblicke des grausamsten Todes solchen freudigen Mut einflöße, wohl wahr sein müsse. Die Gnade Gottes hatte sein Herz berührt, er folgte ihrem Rufe und verlangte diese Religion kennen zu lernen.
Der heilige Laurentius hatte bereits viel Qualen erduldet; da er jedoch unerschüttert den Glauben bekannte, ließ ihn der Statthalter bis auf weiteres in das Gefängnis abführen. Hier nun fand Romanus als Wächter Gelegenheit, sich mit ihm zu unterhalten, um das Verlangen danach zu entdecken. Mit Freuden, eine Seele Gott gewinnen zu können, unterrichtete der heilige Laurentius den heilsbegierigen Soldaten sogleich in den Hauptlehren des Christentums. Romanus nahm sich mit heiliger Begierde die Worte des Dieners Gottes zu Herzen, glaubte an Jesus und bat flehentlich um die Taufe. Als ihm diese zugesagt wurde, eilte er fort, holte ein Gefäß mit Wasser, warf sich dem Heiligen zu Füßen und rief:
„O Laurentius! eile, mich zu taufen, denn ich sehe vor mir einen überaus schönen Jüngling stehen!”
Der Heilige zögerte nicht länger und taufte den Glückseligen Soldaten. Dieser konnte seine Freude hierüber nicht verbergen. Durch seine Reden gab er zu verstehen, daß er ein Christ sei. Es wurde bekannt und die Folge davon war, daß er verhaftet und vor den Kaiser geführt wurde. Kaum vor diesen gestellt, rief Romanus laut aus:
„Ich bin ein Christ, ich bin ein Christ! ”
Darüber wütend, ließ ihn der Kaiser sofort geißeln und foltern. Jedoch der mutige Soldat duldete ohne Wanken die Qual, lobte und dankte Gott für die Gnade des Glaubens und legte freudig sein Haupt unter das Beil, womit ihn der Henker tötete. Die geschah im 9. August 258.
Der heilige Romanus wird abgebildet in Soldatenkleidung, ein Schwert in der Hand.


Quellen:
* Text: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863) - Neu überarbeitet und digitalisiert von Josef Dirschl (2008)

08.08.2021

Tagesheilige - 8. August - Hl. Altmann von Passau


Hl. Altmann von Passau

Bischof
* um 1015 in Westfalen
+ 8. August 1091 in Zeiselmauer, Österreich

Am Ortsausgang der niederösterreichischen Wachau, wenige Kilometer südlich von Krems, liegt Göttweig mit seinem berühmten Stift und der Stiftskirche Mariä Himmelfahrt. Bis zum heutigen Tag erinnern die prächtigen Bauten an einen berühmten Kirchenmann, der hier im Jahr 1083 das Ur-Stift, ein Augustiner-Chorherrenstift, gründete: an Bischof Altmann von Passau. In der Altmannikrypta unter den erhöhten Presbyterium befindet sich in der nördlichen Apsis das Hochgrab Altmanns, in der südlichen Apsis der Schrein mit den Reliquien. Die Kirche mit der mächtigen Freitreppe ist einer der meistbesuchten Wallfahrtsorte in Österreich.
Wie nun kam der Bischof von Passau nach Österreich? Altmann entstammte einem Adelsgeschlecht und war im Jahr 1015 in Westfalen zur Welt gekommen. Nach dem Studium der Geistlichen Wissenschaften an zahlreichen europäischen Universitäten, unter anderen in Paris, übernahm Altmann das Amt eines Kanonikers an der Paderborner Domschule. Von 1051 an war er Hofkaplan von Kaiser Heinrich III. Nach dem Tod Heinrichs im Jahr 1056 kam Altmann mit Kaiserin Agnes, deren Vertrauter er war, nach Passau. Neun Jahre später empfing der geschätzte Kirchenmann die Weihe zum Bischof von Passau. Das Volk jubelte, Klerus und Adel waren mit der Wahl hochzufrieden. Von beginn seiner Amtszeit an bemühte sich Altmann um die Hebung der Moral innerhalb des Klerus, als einer der wenigen deutschen Bischöfe unterstützte er die Reformbewegungen von Papst Gregor VII., die die Bevölkerung von Laien-Investitur und Priesterehe zum Ziel hatten.
Im Jahr 1078 musste Altmann dann vor Kaiser Heinrich IV. fliehen, dessen Absetzung er 1077 mit unterstützt hatte. Obwohl ihn der Papst 1080 zum päpstlichen Vikar für Deutschland ernannte, konnte Altmann nicht mehr in seiner Diözese zurückkehren. So wirkte er in dem Jahrzehnt bis zu seinem Tod am 8. August 1091 im  österreichischen Teil der Diözese, wo er 1083 das Stift Göttweig gründete; hier fand er auch seine letzte Ruhestätte.


Verehrung/Brauchtum: In den Diözesen Passau, Linz, St. Pölten und Wien wird Altmann am 9. August gefeiert.
Darstellung: Altmann ist meist im Bischofsgewand dargestellt, oft hält er ein Buch. Auch mit Kaiserin Agnes wurde Altmann abgebildet, so in einer Darstellung in der Kirche St. Nikola in Passau. In der Stiftkirche Göttweig existieren zahlreiche Darstellungen; die barock bemalte  Liegefigur in der Krypta stammt von 1530.

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber . Schindler – Pattloch-Verlag

07.08.2021

Tagesheilige - 7. August- -Friedrich von Spee SJ


Friedrich von Spee SJ


Dichter, Priester, Mönch SJ

* 25. Februar 1591 in Kaiserswerth/Düsseldorf,
Nordrhein-Westfalen
+ 7. August 1635 in Trier, Rheinland-Pfalz

„Nun seht selbst ob ich ein guter Hirte bin.“ Friedrich von Spee sprach die Worte 1629 in einer Kirche in der Grafschaft Peine, nachdem er wenige Minuten zuvor von einem Fanatiker überfallen, misshandelt und schwer verletzt worden war. Danach brach er zusammen. Erst nach langem Krankenlager gesundete der Priester und Jesuit, erholte sich jedoch nie mehr von dem Angriff auf sein Leben.
In die Gegend um Peine war Friedrich von Spee gekommen, weil er dort im Auftrag seines Ordens die während des Dreißigjährigen Krieges größtenteils protestantisch gewordenen Bewohner wieder zum katholischen Glauben zurückführen sollte. Eigentlich war es der Wunsch des jungen Jesuiten gewesen, ebenso wie sein Vorbild Franz Xaver nach Indien zu gehen und dort in der Seelsorge zu arbeiten; doch er wurde in Deutschland gebraucht. Vor seiner Tätigkeit in Peine war Spee in Paderborn, Speyer und Köln als Philosophieprofessor tätig gewesen.
In Peine war Friedrich von Spee überaus erfolgreich: In kurzer Zeit gewann er durch seinen leidenschaftlichen seelsorgerischen Einsatz 26 Dörfer für den katholischen Glauben zurück. Mutig prangerte Spee die sogenannten Hexenprozesse an und schonte dabei auch seine eigenen Oberen nicht. In vielbeachteten Schriften – Spee war einer der bedeutendsten Schriftsteller seiner Zeit – rechnete der Priester schonungslos mit Verfahren, Häschern und sogenannte Richtern ab.
Für aufsehen sorgte dann 1631 das Werk „Cautio Criminalis“ (Vorsicht im Urteil), das Spee geschrieben, aber (noch) nicht zur Veröffentlichung freigegeben hatte. Ein Ausschluss Spees aus dem Orden – kurz zuvor hatte ihm der Ordensoberer bereits die Lehrerlaubnis entzogen – stand bevor; nur der persönliche Einsatz des neuen Provinzials Goswin Nickel ersparte Friedrich Spee dieses Schicksal. Nickel entsandte Spee schließlich nach Trier, damit er dort als Moraltheologe wirken konnte. Doch während der Kriegswirren stand Spee dort zunächst einmal den Verwundeten und Sterbenden in ihren schweren Stunden bei, außerdem kümmerte er sich um freigelassenen Gefangene. Als dann im Sommer 1635 in Trier das epidemische Fieber ausbrach, erkrankte auch Friedrich von Spee währen der Pflege der Kranken; im Alter von erst 44 Jahren starb er am 7. August 1635.
Immer wieder gab es in der Folge und bis in die heutige Zeit hinein Bemühungen, die Heiligsprechung Friederich Spees zu erwirken – bis jetzt vergeblich. In einer Gruft der Jesuitenkirche in Trier fand man 1980 die Gebeine der großen Seelsorgers wieder auf; sie wurden in einem römischen Steinsarkophag beigesetzt, der die Aufschrift „P. FRE Spe“ erhielt, so, wie man es in dem Grabgewölbe vorgefunden hatte.
Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf . Schauber . Schindler – Pattloch-Verlag

06.08.2021

Tagesheilige - 6. August - Hl. Hormisdas, Papst


Hl. Papst Hormisdas

* 5. Jh. in Frosinone, Italien
+ 6. August 523 in Rom, Italien

Ein Denkmal in Frosinone, der Heimatstadt von Papst Hormisdas in der italienischen Region Kampanien, erinnert bis heute an den Nachfolger Petri, der von 514 bis 523 in Rom regierte. 
In die Amtszeit von Hormisdas fielen zahlreiche Erfolge für die katholische Kirche.  Eine der bedeutendsten Ereignisse war dabei der Beitritt von rund 250 Ost-Bischöfen und des Patriarchen Johannes von Konstantinopel zu Union mit Rom. Die Kirchenfürsten unterzeichneten dabei die „Formula Hormisdae“, womit sie die Vorrangstellung und Autorität des Päpstlichen Stuhles in Rom anerkannten. Papst Hormisdas wiederum bestätigte den Patriarchen von Konstantinopel und dessen Vormachtstellung im Osten. Kurz bevor Papst Hormisdas am 6. August 523 starb, durfte er zu seiner größten Freude auch noch erleben, daß in Nord-Afrika die gewalttätigen Verfolgungen der Kirche durch den Vandalenkönig Trasamund ein Ende fanden.

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahresverlauf – Schauber . Schindler – Pattloch-Verlag