22.05.2019

Geduld


Von einem Diplomaten wird erzählt: Wenn er eine Unterredung mit einem anderen Diplomaten hatte, stellte er einen Diener vor der Türe auf. Sobald dieser Merkte, dass sein Herr laut oder erregt wurde, musste er eintreten und eine Visitenkarte abgeben. Auf der Karte stand: „Dr. Unruh!“ Das erinnerte ihn immer daran, dass er ruhiger sein müsse. Wer das noch nicht gehört hat, der lache einmal über diesen drolligen Einfall, frage sich aber auch, ob er nicht selbst hier und da solche Karte brauchen könnte. Aber wenn wir manchmal Grund hätten, laut zu werden, bleiben wir nur ruhig, dann bleiben wir Sieger.

Es ist unsere Eigenliebe und die mit ihr zusammenhängende Ungeduld, die den Frieden zerstört. Durch sie kommt der Unfriede in die Familien, und wo man sich gegenseitig lieben und unterstützen sollte, da nimmt allmählich Abneigung, oft direkter Hass überhand und das Zusammenleben wird zur Qual.
Der heilige Franz von Sales ist für alle Zeiten ein leuchtendes Vorbild der Geduld. Er hatte unendlich viel Ungemach zu ertragen; aber er ertrug es aus Liebe zu Gott, in dem er sich Gewalt antat, sich selbst überwand. Empfehlen wir uns ihm und ahmen wir sein Beispiel nach!

Tun wir es aus Liebe zum Heiland!

„Vielem muss das Herz entsagen, welches seinen Heiland liebt;
Vieles, vieles muss es tragen, und bevor es eingeübt
im Entsagen und Ertragen, kann es nichts von Liebe sagen.“

Präge diese Worte fest deinem Gedächtnisse ein und suche sie in die Tat umzusetzen!

Der heilige Vinzens von Paul (1576-1660) verlor auch in Widerwärtigkeiten nichts von seiner gewohnten Heiligkeit. Seine Seele blieb immer gleich und war jedem Trübsinn unzugänglich. Er fügte sich freudig und geduldig jeder Schickung der Vorsehung, und es galt ihm gleich viel, ob er den Herrn mit körperlichen Leiden oder durch Arbeiten und Wirken verherrlichen konnte.



Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. - Hrsg.: Aktion „Deutschland brauch Maries Hilfe“ - DVCK e. V., Frankfurt am Main

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