24.04.2017

Das Herz Jesu, für uns geopfert am Kreuz




Diese Tat ist keine Ideologie, sondern unsere menschliche Wirklichkeit. Hier wird die Tiefe nicht durch oberflächliche Patentrezepte von von Systemverbesserern eingeebnet, hier wird die Entfernung des Menschen nicht durch den Klassenkampf aufgehoben, der die Schuld stets beim andern sucht, sondern hier wird die Wurzel getroffen, jene Nahtstelle, wo der Schöpfer des Alls sein Geschöpf berührt: das eigene Herz, das eigene Fleisch in der demütigen Unterwerfung vor Gott, die uns Menschen (ach!) so schwer zu fallen scheint.

Die Mitte des Menschen ist sein Herz. Und die Mitte des Herzens Jesus ruht immer in vollem JA zum Willen des Vaters. - Er ist der ewige Sohn,ausgegangen vom Vater. Er verließ seine glanzvolle Herrlichkeit und nahm die Gestalt des Knechtes an, wie ihn Jesaja in seinen Liedern beschreibt. Er ist gehorsam geworden bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz. Aus dieser überschreitenden Liebe wächst wie von selbst auch das völlige JA zum Menschen, dem Bruder und der Schwester.

Dieses JA bedeutet Liebe. Dieses JA der Hingabe ist Liebe. Der Soldat, der den Leib Jesu durchstieß und das Herz öffnete, wusste nicht, dass hier einer ist, der sterbend sein Herz hingegeben und für alle verpfändet hat. Jesus hängt am Holz des Kreuzes zwischen Himmel und Erde, seine Arme ausbreitend wie eine Weisung an die Kontinente, Sprachen und Völker. Die Menschliche Tiefe leuchtet in ursprünglichem Licht aus dem Angesicht des Toten Johannes, der Sehende, wird hineinrufen in die Weite der Jahrhunderte: „Sie schauen auf den, den sie durchbohrt haben.“

Lange bin ich am Kreuze gestanden, dann schreite ich weiter, zurück zu den andern, die jenseits des Hügels auf mich warten. Ich weiß nun sehr deutlich, dass das Kreuz unzerstörbar ist. Mochten die Winde ein hölzernes Kreuz, das da schon halb zerstört in der Landschaft steht, zu Fall bringen. Sollten auch dessen Balken vermodern und der hölzerne Korpus unter der Erde verscharrt werden. Kämpfte auch ein menschenmordendes Geschlecht den Kampf gegen Gott in Systemen, polizeilichen und richterlichen Gewaltakten. Mieden auch die Parlamente der Völker das Wort von Gott wie einen üblen Mundgeruch, sie alle kommen dennoch von Gott nicht los. Die Brutalität und Grausamkeit steigt bis zum hellen Wahnsinn und die im Feuer brennende Städte sind nur der Widerschein der verwüsteten und der zerstörten Seelen, die sie in sich gemordet haben.

Ihre Söhne und Töchter, die diese menschliche Tragödie des Abfalls bis zum Äußersten Übel erleben mussten, werden einst demütig ihre Knie beugen und bekennen: „Dein Wort ist wahr, o Herr, Deine Gerichte sind gerecht.“ Sie werden vor dem Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt, ihre Knie beugen, es hoch preisen und tief verehren. Sie werden es loben im Lied der Geheimen Offenbarung:

„Würdig bist Du,
das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen;
denn du wurdest geschlachtet
und hast mit deinem Blut
Menschen für Gott erworben
aus allen Stämmen und Sprachen,
aus allen Nationen und Völkern,
und du hast sie für unseren Gott
zu Königen und zu Priestern gemach.
Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde,
Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit,
Kraft und Ehre und Herrlichkeit
und Macht in alle Ewigkeit.
Amen!“

Sie, die die Tragödie durchlitten haben, werden Kreuze über die Landschaft und die Fluren setzen. Sie werden Blumen bringen. Frauen und Mütter kommen mit ihren Kindern wieder dorthin, damit der Gekreuzigte die Kleinen segne. Jünglinge und Jungfrauen werden im Angesicht des Kreuzes lernen, was Liebe und Reinheit heißt. Eheleute werden um die Gnade der treue bitten. Männer werden sich demütigen und mit entblößtem Haupt und gebeugten Knien den Herrn bitten, dem Land seine Furcht zu verleihen. Die Alten aber werden vom Kreuz die letzte Vollendung erwarten. Denn vom Kreuz, an dem der eingeborene Sohn Gottes gelitten hat, kommt Heil und Erlösung. Von ihm allein. Denn so singen wir am Karfreitag: „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung!“

Da schreite ich vorüber. Zwar brennt mein Inneres in den apokalyptischen Bildern der Gegenwart. Aber am Horizont des Weges hinter den Feuern der Sturmeswolken zieht schon herauf der neue Tag tiefen Glaubens einer anderen Generation

Quelle: Pilgerfahrt nach Fatima – 1967 – P. OTTO MAIER SJM. - SJM-Verlag – Neusäß

Tagesheilige 24. April - Hl. Fidelis von Sigmaringen

 

Hl. Fidelis von Sigmaringen

Mönch, Priester, Märtyrer OFMCap
Geboren: 1577 in Sigmaringen, Baden Württemberg
Gestorben: 24 April 1622 in Seewies, Schweiz

Patron des Erzbistums Freiburg und des Bistums Feldkirch;
von Hohenzollern; von Vorarlberg; der Juristen; in Gerichtsangelegenheiten;
für die Glaubensverbreitung

„Held der Treue gegenüber Gott und den Gottesgeboten“ wurde Fidelis von Sigmaringen einmal genannt.
Schon sein Name Fidelis — der Getreue, Gläubige, Ehrliche — hätte nicht besser gewählt werden können, als der Priester 1612 dem Kapuzinerorden beitrat.
Der Geburtsname von Fidelis lautete Markus Roy. Als Sohn des Bürgermeisters von Sigmaringen wurde er 1577 in dem Hohenzollern-Städtchen geboren. Unter fünf Geschwistern war er der Begabtester und durfte deshalb studieren. An der Universität Freiburg im Breisgau erwarb er bis zum Jahr 1611 den Doktor beider Rechte sowie der Philosophie. Dazwischen unternahm Markus Roy ausgedehnte Reisen und war in Frankreich als Erzieher adliger Söhne tätig. Von 1611 bis 1612 übte er im Elsaß das Amt des Gerichtsrates aus und hatte unter der Bevölkerung wegen seiner Hilfsbereitschaft und unentgeltlichen Rechtsunterstützung für Bedürftige bald den Namen „Advokat der Armen“.
Doch dann kam die große Umkehr im Leben von Markus Roy. Aus Enttäuschung und Verbitterung über krasse Fehlurteile und Misswirtschaft im Gerichtswesen schloss der inzwischen berühmte Rechtsanwalt seine Kanzlei. Er empfing die Priesterweihe und trat in Freiburg dem Kapuzinerorden bei. Nach einjährigem Noviziat legte er 1613 das Gelübde als Pater Fidelis ab. „Sei getreu (fidelis) bis zum Tod, und ich will dir die Krone des Lebens geben“, dieses Gotteswort wurde vom Tag der Profess an für Fidelis von Sigmaringen zum Leitspruch.
Die Wirkungsstätten von Fidelis waren im Laufe der folgenden Jahre die Schweiz, das Elsaß und Vorarlberg. Er wurde zu einem begehrten Beichtvater, als Prediger hatte er schon bald einen großen Ruf. Die Zeiten waren damals nicht einfach. Der Dreißigjährige Krieg brach aus und entzweite Katholiken und Protestanten, die sich leidenschaftlich bekämpften. Viel Mut erforderte es, sich wie Fidelis auf die Kanzel zu stellen und das Wort Gottes zu verkünden. Nie wußte der Pater, wie ihm die Zuhörer gesonnen waren.
Fidelis von Sigmaringen ahnte schließlich den nahenden Gewalttod voraus. Als ihn sein Vorgesetzter nach Graubünden aussandte, wo die Calvinisten das Wirken des Kapuzinerpaters besonders hasserfüllt beobachteten, unterschrieb er bereits alle seine Briefe mit den Worten: „Bruder Fidelis, in Kürze eine Speise der Würmer“. Und so sollte es auch kommen. Als Fidelis am 24. April 1622 in Seewies im Norden von Chur predigte, lauerten ihm calvinistische Bauern auf und erschlugen ihn vor der Kirche. Noch im Augenblick des Todes betete Fidelis zu Gott und pries ihn.
Gebeine des Fidelis, dem ersten Märtyrer des Kapuzinerordens, ruhen bis heute in der Krypta des Domes von Chur, in der Kapuzinerkirche in Feldkirch sowie in der Stuttgarter Fidelis-Kirche. Die Heiligsprechung des Paters erfolgte 1746.

Verehrung/Brauchtum:  Aus der Verehrung für den heiligen Fidelis entwickelte sich in der Erzdiözese Freiburg ein Lied zu seinen Ehren: „Oh Sankt Fidelis, Gottesmann, wie rufen dich verehrend an . . .“ Das Fidelis-Fest ist seit 1771 bekannt.
Darstellung:   Fidelis ist im Kapuzinerhabit dargestellt, meist mit Schwert, Stachelkeule, mit welcher er erschlagen worden sein soll, und mit Palme als Attribute eines Märtyrers.
Ein Gemälde in der Pinakothek in Parma zeigt Fidelis zusammen mit Josef von Leonessa; beide zertreten die Häresie.


Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler - Pattloch-Verlag

23.04.2017

Wir sind zur Hoffnung berufen



Schon im Buch Sirach (2,6) ist uns gesagt: „Vertraue auf Gott und er wird sich deiner annehmen; und mach recht deinen Weg, und hoffe auf ihn.“
Oft müssen wir gegen unsere eigene Verzweiflung und Ängstlichkeit ankämpfen, doch es lohnt sich, denn wer auf den Herrn vertraut – so ist uns versichert – kommt nicht zu Schaden. Und Goethe hatte recht: „Wo der Mensch verzweifelt, lebt kein Gott.“

Unerschütterliche Hoffnung und Vertrauen auf Gott machen uns zu freien Menschen.

Quelle: Fatima Ruft – Heft Nr. 128 – Dzember 1993



Tagesheilige 23. April - Hl. Georg




Hl. Georg

Geboren: 3. Jh. (?) in Kappadokien, heute Türkei, oder Lydda-Diospolis, Palästina
Patron von England; von Genua; des Bistums Limburg; von Ritterorden; der Pfadfinder;
der Bauern (geos = Erde, orge = Bauern), Bergleute, Sattler, Schmiede, Böttcher, Artisten;
der Pferde und des Viehs; der Wanderer; der Spitäler; der Gefangenen; der Soldaten; der Reiter;
in Kämpfen aller Art; gegen Kriegsgefahren; gegen Versuchungen; für das Wetter; gegen Fieber;
gegen Pest; einer der 14 Nothelfer

Georg — kaum ein Heiliger ist so legendenumrankt wie dieser Märtyrer aus Kappadokien. Sein Bild — er auf dem Pferd sitzend, einen Drachen bekämpfend — gehört zu den bekanntesten Heiligendarstellungen der Christenheit. Seit der Synode von Oxford im Jahr 1222 ist Georg der Patron Englands, sein Festtag gehört zu den höchsten des Landes. Im deutschen Sprachraum ist er einer der 14 Nothelfer. Die Stadt Genua und das Bistum Limburg verehren ihn als Schutzheiligen. Das Land Georgien hat von ihm seinen Namen. Die Dardanellen hießen einmal „Meerenge des heiligen Georg“. Allein in England wurden dem Märtyrer 160 Kirchen geweiht. Richard Löwenherz ernannte Georg zu seinem persönlichen Schutzherrn. Dabei gibt es keine verlässlichen Daten über Leben und Wirken Georgs, wogegen die Zahl der Legenden groß ist, sodass der Heilige als mythologische Figur verstanden wird.
Die bekannteste Legende um Georg findet sich in dem mittelalterlichen Band „Legend aurea“ von Jacopo da Voragine. Dieser Geschichte nach entstammte Georg einer vornehmen Familie aus Kappadokien und war zuerst Soldat und später Tribun im römischen Heer unter Kaiser Diokletian, obwohl dieser die Christen verfolgte, zu denen auch Georg gehörte.
Zu jener Zeit wurde das Land von einem Drachen Tyrannisiert, dem täglich zwei Schafe zur Besänftigung geopfert wurden. Als alle Schafe dahin waren, forderte der Drachen Menschenopfer. Das Los, welches das erste Opfer bestimmen sollte, fiel auf die Tochter des Königs, die in Brautkleidung ihren Opfergang antrat. Da griff Georg den Drachen mit einer Lanze an, verletzte ihn und führte ihn vor das Volk. Er versprach, das Ungetier  zu töten, wenn sich alle von ihm taufen lassen würden. Als Volk und König damit einverstanden waren, tötete Georg den Drachen, woraufhin sich 15.000 Menschen taufen ließen.
Von Christenverfolgern wurde Georg im Jahr 305 festgenommen. Alle Folterungen — er wurde auf ein Rad gebunden und in glühenden Kalk geworfen — überstand er ohne Verletzungen. Durch dieses Wunder beeindruckt, ließ sich die Kaiserin bekehren und wurde deshalb später zusammen mit Georg vor den Toren der Stadt enthauptet. Dies alles soll sich in der palästinensischen Stadt Lydda-Diospolis zugetragen haben.
Die Kreuzfahrer trugen Georgs Name nach Europa. Dort wurde der Märtyrer im Mittelalter hoch verehrt, allerdings nicht seines Märtyrertums wegen, sondern als Symbol der Ritterlichkeit. Unter den 13  Ritterorden, die seinen Namen trugen, ist der bayerische St. Georgsorden der bekannteste. Die Ritter verehrten Georg schon immer als ihren Schutzpatron.

Verehrung/Brauchtum:  Der Kult um Georg nahm seinen Anfang  im Vorderen Orient sowie in Ägypten und Äthiopien. Schriftliche Überlieferungen belegen den Georgs-Kult in Lydda-Diospolis, dem angeblichen Martyriumsort Georgs, und in Syrien. Am stärksten verbreitete sich die Verehrung auf Zypern, in Kappadokien (heute Türkei) und in Georgien. Von hier aus gelangte der Kult dann später auch nach Rußland und auf den Balkan.
Die Verehrung in Deutschland erreichte ihren Höhepunkt, als Bischof Hatto von Mainz 896 das Haupt Georgs auf die Bodensee-Insel Reichenau brachte (Stiftskirche St. Georg in Oberzell).
Vor allem im bäuerlichen Leben gehört Georg zu den wichtigen Heiligen. Ab dem Georgstag dürfen die Felder nicht mehr betreten werden. Als Wetterheiliger wird Georg im Bauernkalender zum Schneebringer: „St. Georg kommt nach alten Sitten auf dem Schimmel angeritten,“ Die Dienstboten konnten am Georgstag ihren Dienstherrn wechseln, und Zinsen wurden früher höchstens bis zum Georgstag gestundet. Vor allem der Pferde wird an diesem Tag gedacht; die Pfarrer segnen die Pferde der Reiter und der Bauern, und vielerorts, vor allem Bayern, gibt es die traditionellen Pferdeumritte (meist am dem Georgstag folgenden Sonntag)
Georgskirchen im Westen sind bereits im 6. Jh. in Mainz, Paris und Neapel nachweisbar. Angebliche Georg-Reliquien werden an vielen Orten Europas verehrt.

Darstellung:  Georg wird als Ritter mit oder ohne Pferd, oft mit einem durch Lanze oder Schwert durchbohrten Drachen Drachen dargestellt. Bildende Künstler und Maler, von Schongauer über Donatello bis Asam, haben Georg in ihrem Werk Denkmale Gesetzt. Die wohl erste gesicherte Darstellung ist ein Fresko aus dem 6. Jh. in Ägypten. Vor allem im Osten waren die Darstellungen vielfältig und häufig.
Aus der Fülle der Gemälde von berühmten Künstlern im Westen noch eine weitere kleine Auswahl: „Madonna della Vittoria mit Georg und Michael“ von Andrea Mantegna im Louvre in Paris; „Der heilige Georg“ von Albrecht Dürer auf dem Paumgartner-Altar in der Alten Pinakothek in München; „Georg und Michael“ von Raffael im Louvre Paris; „Georg beim Kampf mit dem Drachen“ von Peter Paul Rubens im Prado in Madrid.

Quelle:  Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag

22.04.2017

VISIONEN




 In der kurzen Zeit, die sie nach den Erscheinungen, in Fatima, noch auf Erde verbrachten, und selbst in dem Zeitraum, der die Erscheinungen umfasste, hatten Francisco und Jacinta, vor allem aber die letztere, einzeln verschiedene Visionen, wie z.B.

„Ich habe den Heiligen Vater gesehen ... “

Einmal wandte sich Jacinta gegen Mittag am Brunnen von Lucias Elternhaus an diese und fragte:
„Hast du nicht den Heiligen Vater gesehen?“
„Nein“
„Ich weiß nicht, wie es geschehen ist, ich habe den Heiligen Vater in einem sehr großen Haus auf den Knien vor einem Tisch gesehen, er hielt die Hände vors Gesicht und weinte; vor dem Hause befanden sich eine Menge Leute, und einige warfen Steine auf ihn, andere verfluchten ihn und riefen ihm Schlimme Worte zu. Der arme Heilige Vater, wir müssen viel für ihn beten!“ (Vgl. Memórias III., S. 228; De Marchi, S. 98-99; Walsh, S. 85; Ayres da Fonseca, S. 136)

Als die Kinder eines Nachmittags im August 1917 auf den Felssteinen des Cabeço-Hügels saßen, begann Jacinta plötzlich das Gebet zu sprechen, das der Engel sie gelehrt hatte, und nach einem tiefen Schweigen sagte sie zu ihrer Kusine:
„Siehst du nicht so viele Straßen, so viele Wege und Felder voller Menschen, die vor Hunger weinen und nichts zu essen haben? Und der Heilige Vater betet in einer Kirche vor dem Unbefleckten Herzen Mariens? Und so viele Leute die mit ihm beten?“ (Vgl. Memóris III., S. 228; De Marchi S. 99; Walsh, S. 84; Ayres da Fonseca, S. 137)

Eines Tages traf Lucia Jacinta nachdenklich zu Hause an und fragte sie:
„Jacinta woran denkst du?“
„An den Krieg, der kommen wird. So viele Menschen werden sterben! Und fast alle kommen in die Hölle! Viele Häuser werden zerstört werden und viel Priester getötet. Schau, ich gehe in den Himmel, und du, wenn du in der Nacht das Licht siehst, von dem jene Frau gesprochen hat, daß es vorher kommt, flieh du auch dahin.“ (Vgl. Memórias III., S. 228; De Marchi, S. 238; Walsh, S. 85; Ayres da Fonseca, S. 161-162)

Quelle: „Fatima“ – Botschaft der Tragödie oder der Hoffnung? – Antonio Borelli Machado – Hrsg.: DVCK e. V. – Frankfurt am Main – Aktion „Deutschland brauch Mariens Hilfe“

Tagesheilige 22. April - H. Leonidas

Alexandrien - gegr. 332/331 v. Chr.


Hl. Leonidas, M. Alexandrien +202

Vater des Origenes. Leonidas, der seinem Sohne ehrfurchtsvoll die Brust küsste, liebte und schätzte ihn nicht bloß als sein Kind, sondern als ein Heiligtum, in welchem der Heilige Geist wohnte. — Die übernatürliche Liebe zu den Kindern liebt und ehrt in ihnen das noch ungetrübte Ebenbild Gottes.
Bei Ausbruch der Christenverfolgung war Leonidas einer der ersten, die in den Kerker geworfen wurden. Origenes, damals siebzehn Jahre alt und glühend von Liebe zu Gott, verlangte sehnlichst mit dem teuren Vater für Christus zu sterben, und seine Mutter musste ihn bitten und beschwören, dass er nicht freiwillig den Verfolgern sich auslieferte. Damit es ihm unmöglich wurde, das Haus zu verlassen, verbarg sie sogar seine Kleider. 
Origenes schrieb an seinen Vater im Kerker: „Sorge für deine Seele und lasse dich unseretwegen nicht in der Standhaftigkeit erschüttern.“
Außer Origenes, dem ältesten, hatte Leonidas nämlich noch sechs Kinder, und es war gewiss für den tief fühlenden Vater ein schweres Opfer, eine so große Familie unter solch schwierigen Zeitverhältnissen zu verlassen; aber er vertraute auf die Güte Dessen, der mächtig genug ist, Witwen und Waisen zu erhalten und zu schützen. Mit inniger Rührung las Leonidas die Zeilen seines Sohnes und drückte sie wohl als ein kostbares Zeugnis vom frommen Geist desselben mit gefesselter Hand an seine Lippen zum ehrfurchtsvollen Kuss; standhaft bekannte er den katholischen Glauben und litt den Martertod durch Enthauptung. Seine Güter wurden eingezogen; eine vornehme Frau aber nahm sich der arm gewordenen Familie an. Auch Origenes, des heiligen Leonidas großer Sohn, litt viel für das Christentum. Er bekehrte mehrere Heiden und Irrlehrer, besuchte mit Todesgefahr die heiligen Märtyrer und ermutigte sie auf dem Richtplatz. Unter Kaiser Decius wurde er im Jahr 249 zu Tyrus auf grausame Weise gemartert und lebte darauf noch fünf Jahre. Kirchliche Verehrung ist ihm aber nie zuteil geworden, doch genießen seine Schriften großes Ansehen in der Kirche.

Heute ebenfalls:
Hl. Soter, um +174 und Cajus +296, Päpste und Märtyrer zu Rom.

„Sei treu im Kleinen und Gott wird dich über Großes setzen!“  (Hl. Franz von Sales)


Denksprüche

Still bescheiden Gutes üben, stille Gott und Menschen lieben.
Stille meine Pflicht erfüllen, still erfassen Gottes Willen;
Still mit anderen mich erfreuen, still von anderer Fehler sein.
Stille, wenn mich Menschen kränken, stille meiner Schwäche denken.
Stille teilen fremben Schmerz, stille flehen himmelwärts.
Still in Wünschen und Verlangen, Stille Jesu Kreuz umfangen.
Stille opfern und entsagen, still des Lebens Wechsel tragen.
Still dem Heiland mich anvertrauen, still zur Himmelsheimat schauen.
Stille Tugend mir erwerben, stille – stille – bis zum Sterben.

Diese hehre Seelenstille bietet reiche Gnadenfülle.


Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. - Hrsg.: Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“ - DVCK e. V., Frankfurt am Main

Quelle: P. Philibert Seeböck, Kleine illustrierte Heiligen-Legende auf jeden Tag des Jahres, ein Paradiesgärtlein mit Blumen aller Art, 13. Auflage, 1886 [ www.einsiedelei.at ]



21.04.2017

Hilfe in Seelischer Not - Fátima


Und wem gebührt das Verdienst?

Der Rosenkranzkönigin, die vom Himmel herabgestiegen ist in dieses Marienland, auf die gesegneten Gefilde von Fátima; sie hat die Seelen an sich gezogen (man kann sagen, dass fast das ganze Volk dorthin gegangen sei, um sich im Glauben und in der Liebe zu erneuern). Sie ist in der Tat die Große Volksmissionarin und übt ihre Mission auf allen Wegen aus, Klopft an jede Tür, tritt an jeden Herd. Fast alle Pforten öffnen sich ihr, denn man weiß: wo die Mutter eintritt dort ist auch Jesus.

Heute gibt es in ganz Portugal kaum eine Kirche oder Kapelle, die nicht einen Altar oder wenigstens ein kleines Bild der Madonna von Fátima besitzt; vielmehr glaube ich, man könnte die Hausaltäre an den Fingern zählen, die keine Fátima-Statue aufgestellt haben. Fürwahr, ein wunderbarer,  verheißungsvoller Frühling religiöses Lebens ist angebrochen.

„Fátima hat Portugal und der Welt noch nicht sein letztes Geheimnis gesagt. Doch es scheint nicht übertrieben, wenn man behauptet, alles, was es Portugal schon enthüllt hat, sei Anzeichen und Unterpfand für das, was die Welt von ihm zu erwarten hat.“

Quelle: Maria Spricht zur Welt – Geheimnis und Weltgeschichtliche Sendung Fatimas – L. Gonzaga da Fonseca – Tyrolia-Verlag – Innsbruck – Wien – München

Tagesheilige 21. April - Hl. Anselm von Canterbury



Hl. Anselm von Canterbury

Erzbischof, Kirchenlehrer OSB
Geboren: um 1033 in Aosta, Italien
Gestorben: 21 April 1109 in Canterbury, England

Der wohl berühmteste Kirchenschriftsteller nach Augustinus und vor Thomas von Aquin war Anselm, Erzbischof von Canterbury. Papst Clemens XI. ernannte die große Persönlichkeit der Katholischen Kirche im Jahr 1720 zum Kirchenlehrer.
Anselm kam um das Jahr 1033 als Sohn eines lombardischen Adligen in der oberitalienischen Stadt Aosta zur Welt. Nach dem Tod der Mutter verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Anselm und seinem Vater zunehmend. Schließlich zog der Jüngling aus dem Elternhaus aus und lebte einige Jahre bei Verwandten seiner Mutter in Burgund. Angezogen von dem großen Ruf, den zu jener Zeit der italienische Lehrer Lanfranc genoss, trat Anselm 1060 in das Benediktinerkloster Le Bec in der Normandie ein, in dem Lanfranc lehrte. Schon drei Jahre später wurde Anselm Prior, und nach dem Tod des Abtes trat 1078 dessen Nachfolge an. Unter seiner Leitung wuchsen Ruhm und Ansehen des Klosters.
Um Angelegenheiten zu ordnen, musste Anselm auch häufig nach England reisen, wo der von ihm so verehrte Lanfranc inzwischen Erzbischof von Canterbury geworden war. Als Lanfranc 1089 starb, wünschte sich die Geistlichkeit den Abt von Le Bec als Nachfolger. König Wilhelm II. aber, gewissen- und glaubenslos, ließ den Bischofstuhl vier Jahre vakant, bevor er Anselm auf Drängen des Klerus schließlich doch zum Erzbischof ernannte. Für Anselm begann damit keine leichte Zeit. Da er sich unnachgiebig für die Unabhängigkeit der Katholischen Kirche vom Königtum einsetzte, lag er in andauerndem Streit mit Wilhelm.
Die Auseinandersetzungen führten dazu, dass Anselm 1097 in die Verbannung geschickt wurde und erst nach Wilhelms Tod 1100 unter dessen Nachfolger Heinrich I. wieder zurückkehren konnte. Doch auch mit dem neuen Herrscher stellten sich drei Jahre später Schwierigkeiten ein,da dieser nicht auf die Laieninvestitur verzichten wollte. Eine erneute Verbannung Anselms war die Folge, 1103 bis 1106. Danach endlich kam es zum Frieden zwischen dem Erzbischof und dem Königshaus.
Unerbittlich trat Anselm aber weiterhin für die Rechte der Kirche ein.
Der große Scholastiker und bewunderte Pädagoge, der der Nachwelt viele wichtige Schriften hinterlassen hat, starb am 21. April 1109. Beigesetzt wurde er in der Kathedrale von Canterbury, dem mächtigen Zeugnis katholischen Glaubens in England. Anselm von Canterbury wurde 1494 heiliggesprochen.

Darstellung:  Anselm ist als Bischof, Abt oder Mönch dargestellt; als Attribute hat er ein Buch, eine Feder und/oder ein Schiff bei sich. In späteren Jahrhunderten erscheint Anselm auch auf Darstellungen der Unbefleckten Empfängnis Mariä, meist als Bischof mit Spruchband; ein Beispiel dafür ist in der Kirche Santa Maria Novella in Florenz zu sehen: ein Gemälde von Luca Signorelli.

Quelle:  Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler - Pattloch-Verlag

20.04.2017

Tagesheilige 20. April - Hl. Wilhelm, der Pilger


Wilhelm von Windberg am Krankenbett des Grafen Albert von BogenStich aus Bavaria Sancta, 1615

Hl. Wilhelm der Pilger (von Windberg)

Einsiedler, Mystiker
Geboren: 11. Jh.
Gestorben: 20. April um 1145 in Windberg, Bayern

Nach einem Pilgerleben ließ sich Wilhelm bei Windberg in der Nähe von Straubing als Einsiedler nieder. Von Anfang an war er sehr geachtet, vor allem Graf Albert von Bogen und seine Frau unterstützten den heiligmäßig lebenden Einsiedler. Die Überlieferung sagt, Wilhelm habe die Gabe der Weissagung und der wunderbaren Krankenheilung besessen; so soll er auch Graf Albert von einer lebensbedrohenden Erkrankung geheilt haben.
Es heißt, Wilhelm habe Albert ermahnt, über seine späteren Grabstätte eine Kapelle erbauen zu lassen. Dies befolgte Albert, und zudem stiftete er noch ein Schloss; damit begründete er das Prämonstratenserkloster Windberg, dessen schöne Basilika St. Maria noch heute zu bewundern ist.


Quelle Text und Bild: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler - Pattloch-Verlag

Die ersten Samstage und die Weihe der Welt


Chronologisch folgt nun die dritte Erscheinung, die inhaltlich reichste, deren Hauptgewicht auf der Verehrung des Herzens Mariä liegt. Die Gottesmutter wiederholte nicht nur ihren Wunsch nach Genugtuung, sondern wies auf die Verehrung des Herzens Mariä hin, vornehmlich auf die Andacht am ersten Samstag im Monat, als ein Mittel der Vorsehung, durch das viele Seelen gerettet werden und der Welt der Friede bewahrt oder wiedergegeben werden solle. Die Weihe Russlands und der Welt an das Herz Mariens werde neben vielen anderen Früchten die Beschleunigung des Friedens und die Bekehrung Russlands zur folge haben.
Ein unübertrefflicher Kommentar zu den Erscheinungen, auch unter diesem Aspekt, ist das Leben der kleinen Seher. Die Kinder wurden vom Tage der ersten dieser himmlischen Mitteilungen an ideale Vorbilder der Verehrung des Herzens Mariä: sie liebten dieses Herz inbrünstig, sprachen oft davon, riefen es an, vervielfachten ihre Opfer, um es zu trösten und ihm Genugtuung zu leisten für die Flüche und Schmähungen, durch die es beleidigt wird; und die kleine Jacinta, „der der Herr besonderes Licht verliehen hatte, um den Sinn dieser himmlischen Enthüllungen tief und ruhig zu erfassen“, wie Lucia versichert, erklärt uns die Absichten des Herrn mit den Worten, die uns ebenfalls Lucia übermittelt. „Kurz bevor Jacinta ins Spital ging, sagte sie zu mir: ,Es dauert nun nicht mehr lange, bis ich ins Paradies gehe; du bleibst hier unten, um den Menschen zu sagen, dass der Herr die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariä in der Welt begründen will. Wenn du wirst davon sprechen wollen, verbirg dich nicht! Sage allen, dass Gott uns seine Gnaden durch das Unbefleckte Herz Mariens gibt, dass sie dieselben durch dieses Herz erbitten sollen, dass das Herz Jesu gemeinsam mit dem Herzen Mariens verehrt sein will; dass sie das Unbefleckte Herz Mariens um den Frieden bitten, weil ihn der Herr ihr anvertraut hat‘“.

Quelle: Maria spricht zur Welt – Geheimnis und Weltgeschichtliche Sendung Fatimas – L. Gonzaga da Fonseca – Tyrolia-Verlag