21.05.2018

Welches ist die wahre Kirche Christi?



Die römisch-katholische, indem sie allein die Kennzeichen der wahren Kirche hat, wie es jeder auch nur wenig Unterrichtete einsehen muss. Denn sie allein hat die Einigkeit im Glauben und in den Sakramenten zu allen Zeiten und an allen Orten gewahrt und wird von einem sichtbaren Haupte, dem Nachfolger des hl. Petrus auf dem römischen Stuhle, dem Papst, regiert. Sie allein stammt von den Aposteln her, und kann diese Abstammung sowohl in der Lehre, als in der Reihenfolge der Päpste und Bischöfe nachweisen. Sie hat alle Heilsmittel, und aus ihr allein sind Heilige hervorgegangen. Endlich umfasst sie allein alle Zeiten, sie strahlt allein, wie der hl. Augustinus sagt, vom Sonnenaufgang bis zum Niedergang in dem Glanze eines und desselben Glaubens, alle in ihren Schoß einladend, um sie Christus zuzuführen; sie umschließt die sichtbare und die unsichtbare Welt, die Heiligen im Himmel, welche die triumphierende, die Seelen der Verstorbenen im Reinigungsorte, welche die leidende, die Rechtgläubigen auf Erden, welche die streitende Kirche genannt werden.
Wenn die römisch-katholische Kirche die einzig wahre Kirche ist, was folgt daraus?
1. Dass sie unfehlbar ist, weil sie vom Heiligen Geiste geleitet wird;
2. dass sie bis ans Ende der Welt fortdauern wird, weil Jesus alle Tage bis ans Ende bei ihr bleibt;
3. dass sie die alleinseligmachende ist, d.h. dass nur in ihr alle Mittel zum Heile anzutreffen sind, und jeder, dem Gott Gnade und Gelegenheit verleiht, sie zu erkennen, nicht anders selig werden kann, als wenn er sich zu ihr bekennt.
Werden aber durch diese Lehre nicht die Andersgläubigen verdammt?
Nur die Irrlehren werden verworfen, nicht aber irgend ein Mensch. Vielmehr will die Kirche, 1. dass man die Irrgläubigen nicht verdamme, da man nicht wisse, ob der Irrtum ein selbstverschuldeter sei, und ob sie nicht etwa dem Willen und Verlangen nach, mit dem sie die Wahrheit lieben und suchen, der katholischen Kirche geistigerweise angehören, und da überhaupt das Gericht dem Herrn gehöre; 2. dass wir, wie sie es am Karfreitag tut, Gott bitten, dieselben zu erleuchten und in seine Kirche zurückzuführen, und dazu durch Wort und Tat beitragen.

Quelle: R. P. Leonhard Goffiné, „Katholische Handpostille“, Unterricht für das hochheilige Pfingstfest – Unterricht von der allein wahren Kirche. Verlagsanstalt Benzinger & Co.K.G., Einsiedeln, Waldshut, Köln a. Rh., Straßburg i.E. vermutlich 1896. S. 197f.



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