07.07.2017

Tagesheilige 7. Juli - Hl. Willibald


Hl. Willibald

Bischof OSB
Geboren: 22. Oktober 700 in England
Gestorben: 7. Juli 787 in Eichstätt, Bayern
Patron der Diözese Eichstätt; früher der Gittermacher

Der Name von Bischof Willibald ist untrennbar verbunden mit der kleinen Stadt Eichstätt, gelegen im bayerischen Altmühltal in der Nähe von Ingolstadt. Hier war der Glaubensbote aus England 740 zum Priester geweiht worden, hier wirkte er von 741 bis 787 als erster Bischof des neugegründeten Bistums, hier liegt er begraben.
Im Dom zu Eichstätt, auch Willibaldsdom genannt, erinnert alles an den großen Kirchenfürsten des 8. Jh. Eine riesige Sitzfigur des Bistumsgründers, geschaffen 1514 wahrscheinlich von Loy Hering, fällt dem Besucher beim Eintritt in das Gotteshaus am Marktplatz sofort ins Auge.
Die eigentliche Gedenkstätte, der Willibaldsaltar, befindet sich im Willibaldschor. In einer Marmorurne über den Tabernakel werden die Gebeine des Heiligen aufbewahrt. Der Baldachinaltar erhebt sich über einem Sockel aus Marmor in sechs Stützen zu einer reichen Voluten-Krone. Als Vorbild diente der Bronzealtar von Bernini über dem Petrusgrab im Petersdom zu Rom. Der Altar wurde 1745 aus Anlass des 1000jährigen Jubiläums des Bistums Eichstätt gestiftet. Ursprünglich wurde Willibald in einem Erdgrab beigesetzt, ab 1269 ruhten die Gebeine in einem Steinschrein in Form eines gotischen Kirchenchores. Die frühgotische Arbeit kann heute ebenfalls im Willibaldschor besichtigt werden.
Willibald, am 22. Oktober 700 in Südengland geboren, unternahm im Jahre 720 mit seinem Vater Richard von Wessex und seinem Bruder Wunnibald eine Pilgerfahrt nach Rom. Unterwegs starb der Vater in Lucca. Nach zweieinhaljährigen Aufenthalt in Rom zog Willibald allein nach Palästina und Konstantinopel. 729 kehrte er nach Italien zurück und wirkte im folgenden Jahrzehnt mit am Wiederaufbau des berühmten, aber völlig heruntergekommenen Benediktinerklosters Montecassino.
Im Jahre 739 forderte Papst Gregor III. Willibald auf, zusammen mit Bonifatius an der Missionierung Germaniens teilzunehmen. Der „Apostel der Deutschen“ sandte Willibald dann nach Eichstätt und weihte ihn 741 zum Bischof. Willibald wirkte äußerst segensreich für sein Bistum. Schon bald wurde er der „Bischof der Edlen“ genannt, weil er sich für eine erfolgreiche Missionstätigkeit im bayerischen Raum mit vielen Adligen verbündete. Auf Willibald geht die Erbauung des Eichstätter Ur-Domes zurück; im fränkischen Heidenheim gründete er die dortige Abtei und setzte seine Schwester Walburga als Äbtissin ein. Bruder Wunibald wurde Abt in dem Doppelkloster, das sich zu einem Missions- und Kulturzentrum entwickelte.
Willibald starb am 7. Juli 787, manche Quellen sprechen auch von 781. Vor seinem Tod hatte er noch einer Nonne Namens Hugeburc einen Bericht über sein Leben als Pilger diktiert.

Verehrung/Brauchtum: Im Bistum Fulda wird mit Willibald zugleich sein Bruder Wunibald verehrt.

Darstellung: Willibald ist immer in den bischöflichen Gewändern abgebildet, als Attribute hat er Stab, Buch, Pfeile und/oder Rationale bei sich. Die gleiche Darstellungsweise wie bei dem monumentalen Sitzbild aus Stein im Eichstätter Dom ist auch bei einer Holzskulptur aus dem Jahr 1500 in der Wallfahrtskirche St. Willibald im bayerischen Jensewang bei Fürstenfeldbruck zu sehen. Besonders oft ist Willibald mit seiner Schwester Walburga abgebildet worden, so in einer Skulptur an der Fassade der Heiliggeistkirche in Eichstätt. Auch mit der ganzen Familie, also mit Walburga, Wunibald, Vater Richard und Mutter Wunna, wurde Willibald dargestellt. Beispiele dafür: ein Flügelaltar in der Residenz zu München sowie der Gruftaltar von Walburga in St. Walburg in Eichstätt.

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag

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