17.06.2017

FATIMA - Der 25. Jahrestag der Erscheinungen


Kardinal Patriarch von Lissabon Dom Manuel Gonçalves Cerejeira 

Er wurde vom portugiesischen Episkopat zu einem feierlichen und großartigen Akt gestaltet. Durch eine glückliche Fügung fiel die Feier des 25. Jahrestages der Erscheinungen mit dem Bischofsjubiläum S. Heiligkeit Pius XII. zusammen: 13. Mai 1917 bis 13. Mai 1942.

Ganz Portugal bereitete mit unbeschreiblicher Begeisterung eine würdige Feier dieses Doppeljubiläums vor. Man begnügte sich durchaus nicht mit äußeren Festlichkeiten, sondern bemühte sich, dem Geiste der Botschaft von Fátima entsprechend, vor allem um die Erneuerung und Vertiefung des religiösen Lebens.

In eindrucksvoller Weise trat dieses Bestreben in den vorbereitenden Kongressen der männlichen und weiblichen katholischen Jugend in Erscheinung. Für den letzten holte man mit einem wahrhaft himmlischen Gefolge die Statue aus dem Heiligtum in Fátima nach Lissabon.

Die eigentlichen Jubiläumsfeierlichkeiten wurden durch den herrlichen Hirtenbrief eingeleitet, den die portugiesischen Bischöfe am 11. Februar veröffentlichten: „Im 25. Jahre der Erscheinungen von Fátima und der Bischofsweihe S. Heiligkeit Pius XII. . . .“

In diesem Schreiben ziehen die Bischöfe zunächst Bilanz des Gnadensegens, der sich seit fünfundzwanzig Jahren von den Höhen Fátimas über ganz Portugal ergießt: wunderbare Hilfe in zeitlichen wie in geistigen Nöten, in persönlichen wie in nationalen Anliegen.  „Wenn jemand vor 25 Jahren die Augen geschlossen hätte und sie jetzt öffnete, würde er Portugal nicht wiedererkennen: so tief und so durchgreifend ist die Umwandlung, die durch den bescheidenen und unsichtbaren Faktor der Erscheinungen der heiligsten Jungfrau in Fátima bewirkt wurde.“

Dann wiesen die Oberhirten mit apostolischen Eifer auf das hin, was noch zu tun sei, um die Wünsche der Rosenkranzkönigin immer besser zu erfüllen.

Am Schluss entwarfen sie die allgemeinen Bestimmungen für die Erinnerungsfeierlichkeiten: a) vom 3. bis 11. Mai sollten in allen Pfarrkirchen und nach Möglichkeit in allen Kirchen jeder Pfarrei Missionspredigten gehalten werden; b) Sonntag den 10. Mai, sollen in den gleichen Kirchen feierliche Dankgottesdienste, Generalkommunionen, Anbetungsstunden stattfinden; in der Kathedrale ein Pontifikalamt und Te Deum für das doppelte Jubiläum; c) am Abend, 12. Mai, eine Lichterprozession zur „Cova da Iria“ und soweit möglich auch in allen Pfarrkirchen in Portugal; d) am 13. Mai wird im Heiligtum der Cova da Iria ein feierliches Pontifikalamt vom Kardinal-Patriarchen in Gegenwart des ganzen Episkopates gefeiert und die Weihe Portugals an das Unbefleckte Herz Mariens vorgenommen;  e) die Gründung eines „Bundes der Bescheidenheit“ wird veranlasst, dem beizutreten alle Männer Portugals und besonders alle Familienväter eingeladen werden sollen; sie verpflichten sich, die dem christlichen Empfinden nicht entsprechende Mode sowohl im gewöhnlichen Leben als auch am Strand nicht zu dulden; auch nicht zu gestatten, dass die ihnen anvertrauten Personen unmoralische Filme und Theateraufführungen besuchen usw.















Endlich wurde ein Projekt angeregt: die Krönung der wundertätigen Statue mit einer von Edelsteinen besetzten goldenen Krone, als Zeichen der Dankbarkeit von den portugiesischen Frauen gewidmet; dieser Plan wurde mit großer Begeisterung aufgenommen und gab Veranlassung für die ergreifendsten Akte einer großmütigen Frömmigkeit.  Als am 31. Oktober der Kardinal Patriarch, umgeben vom ganzen Episkopat und von vielen Repräsentanten aus allen Ständen der Nation, in der geräumigen Kathedrale von Lissabon und mit außerordentlicher liturgischer Pracht die Feierlichkeiten beschloss, war das großartige Programm vollkommen ausgeführt; die Teilnahme der Gläubigen übertraf bei weitem alle Erwartungen. Das erste Jubiläum der Erscheinungen wird so unaustilgbar aufgezeichnet bleiben in den Annalen der Jungfrau von Fátima als ein Jahr des Dankes und des wunderbaren Triumphes. So konnte man mit Recht den Dankeshymnus vor dem Allerheiligsten anstimmen. Aber es fehlte noch der größte und unerwartetste Triumph.

Als der Kardinal-Patriarch in Anwesenheit des ganzen Episkopates und ungezählter Vertreter aller Klassen der Nation am 31. Oktober 1942 im größten Gotteshaus von Lissabon unter außerordentlicher liturgischer Pracht die Jubiläumsfeierlichkeiten abschloss, war das grandiose Programm, das der Hirtenbrief gezeichnet hatte, vollständig verwirklicht.  Die Teilnahme der Gläubigen jeden Standes übertraf auch die kühnsten Erwartungen. Diese erste Jubiläumsfeier wird in den Ruhmesblättern der Madonna von Fátima mit unauslöschlichen Lettern als Jahr der Gnade und Herrlicher Triumphe der Unbefleckten eingetragen bleiben. Das bedeutendste und unerwartetste Ereignis sollte jedoch erst kommen.

Die Radiobotschaft de Heiligen Vaters und die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens...

Quelle: Maria spricht zur Welt – Geheimnis und Weltgeschichtliche Sendung Fatimas – L. Gonzaga da Fonseca – Tyrolia-Verlag – Innsbruck – Wien – München

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