20.01.2017

Tagesheiliger – 20. Januar - Hl. Sebastian

 
Der Heilige Sebastian von Kaiser Diokletian
Hl. Sebastian

Märtyrer
Geboren: 3. Jh. in Mailand, Italien
Gestorben: 20. Januar 288(?) in Rom, Italien
Patron der Sterbenden; gegen die Pest; der Eisenhändler, Töpfer, Zinngießer, Gärtner, Gerber; Soldaten, Kriegsinvaliden; der Brunnen; gegen Viehkrankheiten

Über das Leben Sebastians, der zu den meistverehrten Heiligen gehört, gibt es nur unvollständige Überlieferungen. Die Legende erzählt, dass er in Mailand geboren sein soll und Soldat im Heer von Kaiser Carinus war. Der Plan des jungen Christen war es, inmitten von Heiden und Christenverfolgern denen zu helfen, die an Christus glaubten. Nach dem Tod des Kaisers wurde der brutale Diokletian sein Nachfolger. Als der Christenhasser eines Tages erfuhr, dass der von ihm sehr geschätzte Soldat Sebastian gläubiger Christ war, ließ er ihn an einen Pfahl binden und von Pfeilen durchbohren. Eine junge Witwe namens Irene wollte den Leichnam des Märtyrers abnehmen und bestatten, als sie plötzlich bemerkte, dass Sebastian noch lebte.
Nach dem Sebastian wieder gesunder war, ging er, so die Legende, mutig zu Diokletian und beschuldigte ihn laut des Verbrechens der Christenverfolgung. Der Kaiser ließ den Todgeglaubten daraufhin in den Circus, die Rennbahn von Rom, abführen und von Soldaten mit Stöcken zu Tode prügeln. Dies soll am 20. Januar des Jahres 288 geschehen sein.
Eine Christin namens Lucina barg den Leichnam Sebastians aus der Cloaca Maxima und bestattete ihn an der Via Appia bei der Apostelbasilika, die heute S. Sebastiano heißt und zu den sieben frühchristlichen Pilgerkirchen Roms gehört. In einem Sarg aus Stein, unter dem Altar der ersten Seitenkapelle links, werden die kostbaren Reliquien des Märtyrers heute aufbewahrt.

Verehrung/Brauchtum: Die Verehrung des Märtyrers Sebastian als Pestpatron geht darauf zurück, dass die Epidemie im Jahr 680 in Rom erlosch, nachdem die Reliquien des Heiligen durch die Straßen getragen worden waren. Da Sebastian schon immer zu den volkstümlichen Heiligen gehörte, wurde er auch in Volksliedern besungen. Rund um das Sebastiansfest gibt es viel Brauchtum, so Wallfahrten und das Verteilen von Sebastianbroten, die am Gedenktag geweiht werden. Gegen die Pest und anderen Krankheiten trug man in früheren Zeiten sogenannte Sebastianpfeile. Und schon zu allen Zeiten baten vor allem Soldaten den Märtyrer um Schutz für ihr Leben.

Darstellung: Auf Abbildungen ist Sebastian als junger, oft ausgesprochen schöner Mann oder auch als Soldat zu sehen; er ist an einen Baum gebunden und/oder von Pfeilen durchbohrt; manchmal sieht man ihn auch mit einer Palme. In der Kathedrale der altkastilischen Stadt Palencia ist Sebastian auf einem Gemälde von El Grecco nackt mit einem Pfeil im Herzen zu sehen. Zusammen mit Abt Antonius sieht man ihn auf dem Isenheimer Altar von Grünewald in Colmar. In einem Glasfenster im Straßburger Münster erscheint er als Krieger. Ein Jugendwerk Rafaels in der Galerie in Bergamo zeigt Sebastian völlig bekleidet mit einem Pfeil in der rechten Hand.

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag

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