21.01.2017

Tagesheilige – 21. Januar - Hl. Agnes



Hl. Agnes

Märtyrerin
Geboren: 3. Jh. in Rom. Italien
Gestorben: 304(?) in Rom
Patronin für Keuschheit; der Jungfrauen; der Gärtner; der Kinder

An der Via Nomentana, einer breiten, vielbefahrenen Ausfallstraße, die unweit vom römischen Hauptbahnhof Stazione Termini beginnt und in Richtung Nordwesten aus der Millionenstadt hinaus führt, steht an einer Straßenkreuzung die Kirche S. Agnese fuori le mura, errichtet über dem Grab der Märtyrerin Agnes. Das Gotteshaus wurde im 4. Jh. von Constanze, der Tochter Kaiser Konstantins, gestiftet.
Die Lebensgeschichte der Agnes gilt als eine der ältesten unter den Heiligenerzählungen. Sogar Ambrosius und Damasus berufen sich auf mündlichen Überlieferungen. Demnach war Agnes die Tochter reicher, christlicher Eltern in Rom. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Schönheit erhielt sie bereits im Alter von zwölf Jahren einen Heiratsantrag vom Sohn des Stadtpräfekten Sempronius. Mit dem Hinweis, sie sei schon mit einem anderen verlobt, wies sie den Antrag sowie alle folgenden zurück. Als der Eifersüchtige Jüngling den Namen des Bräutigams erfahren wollte, geriet Agnes in Verzückung und erzählte von Jesus Christus.
Nach dem erfolglosen Werben seines Sohnes schaltete sich Sempronius selbst ein, erhielt von Agnes jedoch ebenfalls eine Absage. Wutentbrannt, so erzählt es die Überlieferung, ließ der Stadtpräfekt das Mädchen daraufhin in ein Bordell bringen. Als sein liebeskranker Sohn Agnes dort schänden wollte, fiel er plötzlich tot zu Boden. Die Legende berichtet, daß Agnes ihn durch ihr Gebet wieder zum Leben erweckte. Danach übergab Sempronius die Junge Christin dem Richter, der sie im Domitian-Stadion, der heutigen Piazza Navona in Rom, auf einem Scheiterhaufen verbrennen lassen wollte. Doch es geschah ein Wunder: Die Flammen loderten um den Körper von Agnes, verbrannten sie jedoch nicht. Da befahl der Richter einem Soldaten, dem Mädchen ein Schwert in den Hals zu stoßen.
Das Jahr des Todes von Agnes war wahrscheinlich 304. Beigesetzt wurde sie auf einem römischen Friedhof an der Via Nomentana, wo heute S. Agnese fuori le mura steht. Auch an der Piazza Navona steht eine Kirche die der Heiligen geweiht ist: Sant'Agnese al Circo Agonale.

Verehrung/Brauchtum: Schon immer kam dem Agnestag im Volksglauben große Bedeutung zu. Am 21. Januar werden in der Grabkirche der Märtyrerin zwei Lämmer gesegnet, aus deren Wolle man die Pallien für die Erzbischöfe anfertigt. Die Verehrung für Agnes wird bereits ab dem Jahr 354 am 21. Januar erwähnt.

Darstellung: Abgebildet wird Agnes fast immer mit einem Lamm, was wohl auf die Ähnlichkeit ihres Namens mit der lateinischen Bezeichnung für Lamm, Agnus, zurückzuführen ist. Oft sieht man sie mit besonders langem Haar, das ihren Körper verhüllt (sie soll ja ihrer Kleider beraubt worden sein). Auch auf dem Scheiterhaufen liegend wird sie dargestellt. Agnes gehört zu den am meisten abgebildeten Heiligen überhaupt. Das älteste Abbild – es stammt aus dem 4. Jh. - wurde 1818 aufgefunden und nach s. Agnese fuori le mura gebracht; es ist ein Marmorbild. In der Dresdner Gemäldegalerie zeigt ein Bild von Ribera die Heilige mit langen Haaren bedeckt. Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg stellt sie ein Tafelbild des Meisters des Batholomäusaltares dar.


Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag

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