24.01.2017

Die Wirksamkeit der Bitten


Der Mensch ist ununterbrochen von den Gnaden Gottes abhängig. Zahlreich sind die Hinweise im Alten und im Neuen Testament, dass die Gnade Gottes und seine natürlichen und übernatürlichen Gunsterweise von uns Menschen mir Beharrlichkeit erbeten werden müssen. Wer um Gnaden bittet, wir sie erhalten; wer nicht, wir sie nicht erhalten.

Die Wirksamkeit der Bitte steht jedoch im Verhältnis zu der Gesinnung des Bittenden. Eine gute Gesinnung hat die Erhörung seiner Bitten zur folge; eine schlechte Gesinnung beeinträchtigt sie.

Man muss vorsichtig im Umgang mit den Worten sein, um dieses Thema nicht zu vereinfachen. Mit dem Gesagten ist nicht gemeint, dass, immer dann, wenn jemand nicht in einer rechten Gesinnung ist, seine Bitten nicht erhört werden. Ein nicht geordneter seelischer Zustand ist von sich aus ein Grund, die Erhörung einer Bitte zu erschweren. Doch die Barmherzigkeit Gottes ist dermaßen groß, dass wir im Evangelium lesen können, wie Jesus selbst einer Bitte der Teufel, die kein Gebet war, nachgekommen ist: Aus einem Besessenen trieb er die Dämonen aus, die ihn baten, er solle sie zu den Schweinen schicken. Jesus gestatte es ihnen und die Schweine stürzten sich den Abhang hinunter in die See und ertranken (vgl. Mk. 5, 1-20) Selbst so eine Bitte kann erhört werden.

Was wir aber klarstellen wollen, ist, dass der Erfolg einer Bitte sehr eng an die innere Gesinnung des Bittenden gebunden ist. In diesem Sinn gibt es eine Stelle im Buch Jesus Sirach, die uns auffordert, vor dem Gebet unseren Geist vorzubereiten (vgl. Sir. 18, 23).

Wenn dem so ist, stellt sich uns folgende Frage: Haben wir die entsprechende Gesinnung, damit unsere Bitten erhört werden können? In Erwägung der unendlichen Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten – in welchem Zustand befinden uns wir, um erhört zu werden?


Quelle: Wahre Andacht zur Muttergottes – Ein Licht in den Wirren unserer Zeit – Plinio Corrêa de Oliveira – Hrsg.:  Verein Österreichische Jugend CGDR, Wien

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