04.12.2016

Tagesheilige – 4. Dezember: Sel. Adolf Kolping

Die jugendstilhaft verzierte Postkarte zeigt neben dem Portrait des 1813 in Kerpen geborenen Adolf Kolping die Stiftkirche,das Kolpinghaus und das sogenannte Geburtshaus,
in dessen Anbau sich seit 1963 das Kolpingmuseum befindet.
Seit 1963 betreibt das Kolpingwerk im sogenannten Geburtshaus von Kolping ein kleines Museum, das nach telefonischer Voranmeldung besichtigt werden kann: Familie Friedrichs, Obermühle 21, 50171 Kerpen, Tel.:02237/3728.

Sel. Adolf Kolping

Priester, Gründer
Geboren: 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln, Nordrhein-Westfalen
Gestorben: 4. Dezember 1865 in Köln

„Nirgends ist göttliche Wahrheit überredender, gewinnender als im Munde der sich aufopfernden, hilfreichen Liebe.“ Der Mann, der diese seine eigenen Worte konsequent befolgte und belegte, war „Gesellenvater“ Adolf Kolping. Leben und Wirken des großen Priesters und Gründers wurden am 27. Oktober 1991 vor Hunderttausenden von Gläubigen in Rom gewürdigt: Papst Johannes Paul II. Sprach Adolf Kolping auf dem Petersplatz selig. Über diese Seligsprechung freuten sich nicht nur 350.000 Mitglieder des Kolpingwerkes in aller Welt; Gläubige in allen Ländern der Erde, vor allem aber in Deutschland und in der Erzdiözese Köln waren überglücklich, dass der so lang erwartete Tag endlich gekommen war.
Wie hatte Papst Johannes Paul II. bei seinem Deutschlandbesuch am 15. November 1980 in der Kölner Minoritenkirche am Grab von Adolf Kolping gesagt: „Solche Leitbilder wie Adolf Kolping brauchen wir für die Kirche von heute.“ Elf Jahre später erhob er den unvergessenen Schöpfer der Kolpingfamilie dann zur Ehre der Altäre.
Adolf Kolping, Schuhmacher, Priester, Gründer, Sozialreformer der katholischen Kirche. Geboren am 8. Dezember 1813 als viertes Kind einer einfachen Schäferfamilie, hatte Adolf nur die Grundschule besuchen können, danach erlernte er das Schusterhandwerk. Zehn Jahre arbeitete er als Schuhmacher, zog, wie es damals üblich war, als Geselle von Ort zu Ort Schnell erkannte er, welcher Not die Handwerksgesellen aus gesetzt waren.
Mit 23 Jahren begann Adolf Kolping am Kölner Marzellengymnasium eine neue Schulausbildung, machte sein Abitur nach und nahm ein Theologiestudium in München und Bonn auf. Sein Motiv für diesen ungewöhnlichen Weg: Er wollte den Arbeitnehmern seiner Zeit helfen. Am 13. April 1845 empfing Adolf Kolping in Köln die Priesterweihe, danach wurde er Kaplan in Elberfeld, im Industriegebiet Wuppertals.
„Aber was hilft das Klagen, was hilft das Seufzen bei dem Übel, wenn nicht Hand angelegt wird, es zu verhüten?“ Diese Frage stellte der junge Geistliche Kolping bei einer predigten in St. Laurentius in Elberfeld; kurz darauf, 1846, wurde er Präses in dem von den Lehrer Gregor Breuer gegründeten Junggesellenverein.
Als Adolf Kolping 1849 nach Köln versetzt wurde, sah er den Tag gekommen, ein eigenes Werk ins Leben zu rufen und zu gestalten. Gemeinsam mit sieben Gesellen gründete er noch im selben Jahr, am 6. Mai 1849, den Katholischen Gesellenverein. Schon wenige Monate später zählte der Verein 230 Mitglieder. Bald folgten weitere Gründungen in Westfalen und Rheinland. Adolf Kolping beim Katholikentag 1851 in Mainz: „Es gibt eine Klasse Menschen, die kriegt ihr gar nicht zu sehen, aber sie lebt doch.“ Um die Situation der Handwerksgesellen weiter zu verbessern, rief Adolf Kolping eindringlich zur Mitarbeit auf: „Es soll in jeder Stadt ein Gesellenverein gestiftet werden.“
Adolf Kolping hatte aber noch weitergehende Pläne: 1853 gründete in Köln das erste Gesellenhaus. Damit setzte er seinen persönlichen Wunsch selbst in die Tat um: „Das beste wäre es, wenn man in den größeren Städten Hospize für die Gesellen errichtete, damit sie nicht in die liederlichen Herbergen kommen, wo der Teufel haust.“ In Kolpings Gesellenhäusern sollten die jungen Männer preiswert unterkommen und auch Weiterbildungsmöglichkeiten finden. Kolping nannte seine Häuser „Akademien im Volkston“ und war selbst aktiv in der Erwachsenenbildung tätig.
Als der Reformer, dessen Werk bis heute auf der ganzen Welt fortlebt, am 4. Dezember 1865 starb, zählte seine Gründung bereits 200 Ortsvereine mit fast 25000 Mitgliedern. Und bis zum heutigen Tag sind die Kolpingfamilien fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.

Darstellung: Auf Abbildungen ist Adolf Kolping immer im Priestergewand, meist umgeben von jungen Gesellen zu sehen.

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag



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