19.12.2016

Tagesheilige – 19. Dezember: Hl. Papst Urban V.



Hl. Urban V.

Papst OSB
Geboren um 1310 in Grisac, Frankreich
Gestorben: 19. Dezember 1370 in Avignon, Frankreich

Urban V., der mit bürgerlichen Namen Guillaume Grimoard hieß, wurde einmal der „sympathischste aller Avignoner Päpste“ genannt. Er bestieg den Papststuhl gegen Ende des sogenannten Avignonischen Exils und wollte sich mit dieser misslichen Situation nicht abfinden, was ihm die Zuneigung des römischen Volkes einbrachte.
Als sich das Konklave in Avignon 1362 nach dem Tod von Innozenz VI. für den Südfranzosen Grimoard aus Grisac bei Mende als neuen Papst entschied, war der 52jährige Administrator des Bistums Avignon und Abt des Benediktinerklosters Sain-Victor in Marseille. Gegen sich selbst streng in der Lebensführung, achtete Urban V. auch bei den Geistlichen auf einen einwandfreien Leumund, ging erbittert gegen Simonie und Nepotismus vor und prangerte die Sittenlosigkeit innerhalb des Klerus scharf an. Der Dichter Petrarca, zu seiner Zeit eine geachtete Persönlichkeit, sprach dem Papst in einem Brief für diese Haltung seine Anerkennung aus.
Schon bald nach seiner Wahl äußerte Urban V. seinen Entschluss, Avignon zu verlassen und nach Rom zurückzukehren. Mehrere Gründe schienen ihn zu diesem Schritt bewogen zu haben. Unter anderem waren immer wieder Räuber in den Papstpalast in Avignon eingedrungen. Währenddessen hatte in Rom der berühmte Kardinal Albornoz Ruhe und Ordnung wiederhergestellt, und viele hohe Persönlichkeiten, wie etwa Kaiser Karl IV. und die Ordensgründerin Birgitta von Schweden, traten des öfteren mit der Bitte um eine Rückkehr nach Rom an den Papst heran.
Am 30. April 1367 war es soweit: Gegen den Widerstand des französischen Königs und der französischen Kardinäle verließ  Urban V. die Stadt Avignon. Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt im Papstpalast in Viterbo zog er am 16. Oktober 1367 unter den Jubel der Bevölkerung in Rom ein.
Doch der Frieden hielt nicht lange. Schon bald brachen erneut Unruhen in Rom aus, die Parteien bekämpften sich wieder, das Volk wurde unruhig. Unglücklich und enttäuscht, versuchte der Papst, mit geringem Erfolg, die Ordnung zu erhalten. Als dann 1370 der Krieg zwischen Frankreich und England erneut ausbrach, kehrte Urban V. nach Avignon zurück. Schon kurz nach der Ankunft in Südfrankreich erkrankte er schwer, drei Monate später, am 19. Dezember 1370, starb er im Papstpalast zu Avignon. Vor seiner Abreise hatte ihm Birgitta, die ihn dringend zum Bleiben aufgefordert hatte, im Falle seines Wegganges seinen nahen Tod vorausgesagt.
Urban V. wurde in der Basilika Saint-Victor in Marseille beigesetzt und erhielt ein prächtiges Grabmal.Gebeine und Monument des Papstes fielen jedoch in der Französischen Revolution der allgemeinen Zerstörungswut zum Opfer. Papst Pius IX. bestätigte den Kult von Urban V. im Jahre 1870.

Verehrung/Brauchtum: Papst Urban V. wird bis heute vor allem in der Provence verehrt.

Darstellung: Urban V. wurde meist mittleren Alters und Bartlos dargestellt; seine Attribute sind Palme, Kelch, Reliquien und Tiara. Bekannt aber ist vor allem die Abbildung von Urban mit den Häuptern der Apostelfürsten Petrus und Paulus (Manchmal in einem Kelch), die er angeblich in der Lateranbasilika gefunden hat. Auch mit einem Bild der beiden Apostel wurde Urban manchmal dargestellt, so auf einen Fresko (14. Jh.) in der Kirche S. Domenico in Spoleto (Krypta)

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber Schindler – Pattloch-Verlag

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