11.12.2016

Tagesheilige 11. Dezember: Hl. Damasus I., Papst

 
Hl. Damasus I.

Papst
Geboren: um 305 in Rom(?), Italien
Gestorben: 11. Dezember 384
Patron gegen Fieber

In Rom erinnern noch heute zahlreiche Gebäude oder Einrichtungen an den ersten Papst, der den Namen Damasus trug. So bewahrt unter anderem der Cortile di San Damaso im vatikanischen Palast das Andenken an den von 366 bis 384 amtierenden Papst, ein Krankenhaus ist nach ihm ernannt, und die Kirche, in der Damasus I. seine letzte Ruhestätte gefunden hat, trägt ebenfalls seinen Namen: S. Lorenzo in Damaso; das Gotteshaus im Palazzo della Cancelaria am Corso Vittorio Emanuele in Rom dient als Palastkapelle und ist durch ein kleines Tor zu erreichen. Der Palast gilt als eines der Meisterwerke der Frührenaissance und wurde ende des 15. Jh. unter Mitwirkung des großen Baumeisters Donato d'Angelo Bramante begonnen. Die heutige Kirche S. Lorenzo in Damaso errichtete man dabei über jenem Ursprungsbau, der noch von Papst Damasus I. im Jahr 380 selbst erbaut worden war. Ursprünglich war das Gotteshaus nur dem heiligen Laurentius (Lorenzo) geweiht. Als man dann den Leichnam des Papstes hierher übertrug, erhielt es auch dessen Namen.
Über die Herkunft von Damasus weiß man so gut wie nichts. Die einen Quellen sagen, er stamme aus Spanien, die anderen, wohl die richtigen, berichten von Rom als Geburtsorte. Das Geburtsjahr des Papstes lag um 305. Sein Lebensweg lässt sich aber erst von da an begleiten, als er Diakon bei seinem Vorgänger Liberius war und diesen bei einer Verbannung wegen Streitigkeiten mit Arianern ins Exil begleitete. Nach dem Liberius 366 gestorben war, wählte eine Mehrheit Damasus zum neuen Papst, eine Minderheit stellte Ursinus als Gegenpapst auf. Ein jahrelanges Schisma nahm so seinen Anfang. Die beiden Parteien lieferten sich blutige Auseinandersetzungen, in denen mehr als hundert Tote zu beklagen waren. Im Jahr 377 wurde Damasus I. von den Gegnern sogar fälschlicherweise des Mordes bezichtigt. Sein Freispruch erfolgte Monate später auf einer von ihm selbst einberufenen Synode.
In der Folgezeit bekämpfte Damasus I. verstärkt die Irrlehren, die aufgekommen waren, und bemühte sich um eine Hebung der Moral innerhalb des Klerus. So forderte er von den verheirateten Klerikern die vollkommene Enthaltsamkeit, da, wie er es formulierte, „ein Diener Gottes verpflichtet ist, sich stets rein zu halten“. Zu den wichtigsten Entscheidungen vom Papst Damasus gehörte die Auftragserteilung an Hieronymus, die Bibel zu überarbeiten und neu zu übersetzen. Diese „Vulgata“, wie das Werk von Hieronymus später hieß, gewann in der Folgezeit große Bedeutung und behielt seine Gültigkeit bis ins 20. Jh. hinein.
Papst Damasus I. starb am 11. Dezember 384 in Rom und wurde zuerst an der Via Ardeatina beigesetzt. Später kamen die Gebeine dann in die Kirche S. Lorenzo in Damaso, wo sie 1645 nach langer Verschollenheit wieder aufgefunden wurden.

Darstellung: Papst Damasus I. ist meist mit dem päpstlichen Doppelkreuz, oft auch mit Buch (Aufschrift: „Vulgata“) oder Kirchenmodell dargestellt. Manchmal ist ihm auch ein  Diamant(ring) beigegeben, was wohl auf seinen Namen abzielt: Adamas heißt im Lateinischen Diamant. Eine bekannte Abbildung existiert in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan; die dortigen Papstfresken werden Ghirlandaio oder Fra Diamante zugeschrieben (15. Jh.). 

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag



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