30.11.2016

Tagesheilige - 30. November: Hl. Apostel Andreas



Hl. Andreas

Apostel, Märtyrer
Geboren: um Christi Geburt in Bethsaida, Galiläa
Gestorben: 30 November 60/62 in Patras, Griechenland
Patron von Schottland, Rußland, Spanien und Griechenland; von Sizilien und Niederösterreich; von Neapel, Ravenna, Brescia, Amalfi, Mantua Bordeaux, Brügge und Patras; der Fischer und Fischhändler, Metzger, Bergleute, Seiler und Wasserträger; gegen Gicht Halsschmerzen, Krämpfe und Rotlauf (Andreas Krankheit); für eine gute Heirat.

Mit dem Gedenktag von Andreas beginnt das neue Kirchenjahr. In den alten Brevieren eröffnete der Apostel das Sanctorale, das Jahr der Heiligen. Eine Stätte der Verehrung für Andreas befindet sich dort, wo sie kaum jemand vermutet, wo Tausende Jahr für Jahr Urlaub machen und nicht wissen, welch kostbare Reliquien hier verehrte werden: Gebeine von Andreas werden seit 1208 in dem ihm geweihten Dom S. Andreas in Amalfi, südlich von Neapel, aufbewahrt. Die Reliquien ruhen unter dem Altar der Krypta der arabischnormanischen Basilika, die nur wenige Meter vom Strand dieses  berühmten Badeortes entfernt liegt und vor der sich im Sommer Abend für Abend Touristen und Einheimische drängen.
Andreas stammte aus Bethsaida in Galiläa und lebte mit seinem jüngeren Bruder Simon, dem späteren Apostelfürsten Petrus, in Kafarnaum am See Genesareth. Die beiden Brüder verdienten sich ihren Lebensunterhalt als Fischer. Später wurde Andreas ein Jünger von Johannes dem Täufer, dann der erste mit Namen benannte Apostel Jesu Christi; deshalb wird Andreas auch der „Erstberufene“ genannt. Andreas war es auch, der seinen Bruder Simon zu Jesus führte. Christus erteilte den Brüdern den Auftrag, das Evangelium zu verkünden und benutzte dazu folgende Worte: „Folgt mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen.“
Wie Jesus es ihm aufgetragen hatte, machte sich der Apostel Andreas auf die Missionsreise, die ihn in Gebiete um das Schwarze Meer und nach Griechenland führte. Nach anderen Überlieferungen soll Andreas sogar im Kurdistan und in Georgien gepredigt haben. Nach glaubhaften Erzählungen ließ sich der Apostel schließlich in Patras in Griechenland nieder und verkündete dort unbehelligt das Evangelium.
Um das Jahr 60 – man schrieb die Regierungszeit von Nero – wurde Andreas vom Statthalter Ägeas verhaftet. Der Christenhasser zwang den Apostel, den Göttern zu dienen, was Andreas jedoch standhaft verweigerte. Dieser Widerstand bedeutete das Todesurteil für den Prediger:
Am 30. November 60 (62) erlitt Andreas den Kreuzestod. Seine Hinrichtung erfolgt an einem schrägen Kreuz, das seither Andreaskreuz genannt wird.
Bis zu ihrer Überführung nach Amalfi ruhten die Gebeine des Märtyrers in der Apostelkirche von Byzanz/Konstantinopel. Das Haupt von Andreas gelangte 1462 nach Rom, Papst Paul VI. gab es aber 1964 nach Patras zurück.
Andreas-Reliquiar in Patras

Verehrung/Brauchtum: In Rom ist das Andreas-Fest bereits seit dem 6. Jh. bekannt.  Andreas war der Patron des burgundischen Herzoghauses, das Andreaskreuz das Emblem von Burgund. Die mutmaßliche Andreaskreuz-Reliquie befindet sich im Kloster Beaune. Auch der von Philipp dem Guten 1429 gegründeten Orden vom Goldenen Vlies erwählte sich Andreas zu seinem Schutzpatron. „Andreas-Orden“ wurden in späteren Jahrhunderten gegründet: jener von König Jakob V. von England (1540) und der von Zar Peter I. von Rußland (1698).
Bei den Bauern war der Andreas-Tag durch all die Jahrhunderte hindurch ein wichtiger Lostag für das Wetter. Lange Zeit galt die Andreas-Nacht auch als Orakelnacht für allerlei Vorhaben. Und zwischen 1537 und 1878 wurde der Dezember oft Andreas-Monat genannt.

Darstellung: Nach Petrus und Paulus gilt  Andreas als der dritte Apostel mit individuellen Gesichtszügen. Meist ist er mit vollem grauen Haar und langen oder zumindest starken Bart dargestellt, fast immer in schon fortgeschrittenen Alter. Bekleidet ist Andreas auf vielen Abbildungen mit langer Tunika und Mantel; die Füße sind meist ohne Schuhe. Bei Darstellungen des Martyriums am Kreuz ist der Apostel fast immer nackt, nur mit einem Lendentuch bekleidet.
Die Attribute Buch und/oder Schriftrolle weisen Andreas als Apostel aus; seine individuellen Beigaben sind Fisch, Fischernetz, Kreuz und Strick. Häufig wurde Andreas auch im Kreise der Zwölf Apostel abgebildet.
Beispiele aus der darstellenden Kunst: die Berufung von Andreas durch Christus, Mosaik (um 520) in S. Apollinare Nuovo in Ravenna; Peter Vischer bildete Andreas am Sebaldusgrab (14. Jh.) in der Kirche St. Sebald in Nürnberg mit dem schrägen Kreuz ab; die Kreuzabnahme malte Giuseppe Ribera (17. Jh., Alte Pinakothek München); ein Zyklus mit Szenen aus dem Leben von Andreas ist in der Andreas-Kapelle in der römischen Kirche S. Gregorio Magno zu sehen, die Künstler waren Domenichino und Guido Reni (17. Jh.).

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag



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