12.11.2016

Die Auswirkung der Ereignisse von Fatima in Portugal

 
Nach den Erscheinungen im Jahre 1917 dachte niemand daran, für Fátima zu werben. Die Leute kamen von selbst, in der Hoffnung, an den Gnadensegen Anteil zu erhalten, den die Rosenkranzkönigin in so reichem Maße spendete.
An Werktagen kamen anfangs vereinzelte Wallfahrer oder höchstens hier und da kleine Gruppen von Pilgern; an Sonn- und Festtagen jedoch, am 13. jeden Monats, vor allem aber am 13. Mai und am 13. Oktober, strömten Tausende und Zehntausende in der Cova da Iria zusammen.
Bald nach dem Sonnenwunder wurde der Platz, an dem sich die Muttergottes gezeigt hatte, durch einen plumpen Bogen gekennzeichnet.
1919 errichtete das Volk an der Erscheinungsstelle eine ärmliche, kleine Kapelle. Fátima wurde als neues Lourdes betrachtet. Hierher kamen die Pilger, um Hilfe zu erbitten oder für erhaltene Gnaden zu danken, um durch Rosenkranzgebet und fromme Lieder der Madonna zu huldigen. Manchmal nahm die Verehrung Marias recht originelle Formen an, blieb jedoch immer würdig und aufrichtig. Nachstehend ein Beispiel hierfür:

Der dankbare Feuerwerker

Es war am 13. Oktober 1919. Bei der kleinen Kapelle, die seit kurzer Zeit errichtet  war, verharrten mehr als 600 Personen in andächtigem Gebet, während viele andere Pilger sich über das weite Gelände verstreut hatten, um unter den Bäumen auszuruhen und eine Erfrischung einzunehmen. Plötzlich stieg etwa fünfzig Meter von der Kapelle entfernt eine riesige Rakete in die Luft und explodierte mit kanonendonnerähnlichem Getöse. Und schon Stieg eine zweite Rakete, eine dritte . . . einundzwanzig „Schüsse“ zählte man: eine regelrechte Salve.
Der Visconde de Montelo erzählt: Ich hörte, wie in meiner Umgebung eine Andächtige ihrem Mißfallen an einer solchen Profanierung des Erscheinungsortes Ausdruck gaben und mit Bedauern darauf hinwiesen, dass sich der Klerus gar nicht darum kümmerte, was in der Cova da Iria vorging; wenn eine Aufsicht von kirchlicher Seite bestünde, wäre solcher Unfug nicht möglich.
Mit Notizbuch und Bleistift in der Hand ging ich auf den Raketenmann zu: ,Wollen Sie mir ihren Namen angeben?'
Der schaute erschrocken auf, nahm Habtachstellung ein, antwortete aber ganz trocken: „Wenn sie ein Vertreter der Behörde sind und mich verhaften wollen, weil ich ohne Erlaubnis Raketen abgefeuert habe, so tun Sie es ruhig. Ich habe nur mein Gelübde erfüllt, und jetzt macht es mir nichts, wenn ich Strafe zahlen muss oder eingesperrt werde. Ich bin zu allem bereit“.
Ich beruhigte ihn, indem ich versicherte, ich wolle nur wissen, ob er die Salve etwa auf Grund eines Versprechens abgegeben habe.
Nun fasste der gute Mann Vertrauen. Sein Gesicht hellte sich auf und in seiner einfachen Ausdrucksweise, aber mit einer Beredsamkeit, wie sie die Begeisterung verleiht, erzählte er seine Geschichte:
Er sei Pyrotechniker und seine Fabrik liege in einem der größten Dörfer der Umgebung von Porto Mòs. Im vergangenen Juni sei er von einem schweren Magen-Darm-Leiden befallen worden. Alle Bemühungen der Ärzte seien vergeblich gewesen, alle Mittel wirkungslos.
Nach menschlichen Ermessen gab es keine Hoffnung mehr. Am meisten quälte ihn der Gedanke, seine unversorgten Kinder im Elend zurücklassen zu müssen. In dieser Not wendete er sich voll Vertrauen an die Trösterin der Betrübten und machte das Gelübde, nach Fátima zu gehen und dort durch eine Salve von einundzwanzig „Mörserraketen“, eigens zu diesem Zweck hergestellt, die Himmelskönigin zu grüßen.
Kaum hatte er das Gelübde gemacht, besserte sich sein Befinden, und nach kurzer Zeit war er vollständig wiederhergestellt. Jetzt war er mit der ganzen Familie nach Fátima gekommen um der Madonna zu danken und sein Gelübde zu erfüllen.“
Wenn wir die Entwicklung der Verehrung Unserer Lieben Frau von Fátima überschauen, so fällt uns auf, dass es drei Faktoren sind, die ein geradezu lawinenartiges Anwachsen der Bewegung verursachten: der Kampf, den die Hölle gegen den Gnadenort führte, das Eingreifen der kirchlichen Behörde, vor allem aber das immer auffallender in Erscheinung tretende Wirken des Himmels durch Gnadenwunder und Krankenheilungen.


Quelle: Maria spricht zur Welt – Geheimnis und Weltgeschichtliche Sendung Fatimas – L. Gonzaga da Fonseca – Tyrolia-Verlag – Innsbruck – Wien – München

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