21.10.2016

Tagesheilige – 21. Oktober: Hl. Ursula und Gefährtinnen



Hl. Ursula und Gefährtinnen

Märtyrerinnen – Geboren: 3. Jh.(?) in England(?) - Gestorben: 3./4. Jh. in Köln, Nordrhein-Westfalen.
Patronin von Köln; de Jugend; der Lehrerinnen und Erzieherinnen; der Universitäten von Paris und Coimbra; der Tuchhändler; für eine gute Heirat und eine gute Ehe; für einen ruhigen Tod; der kranken Kinder.

Wie bei so vielen großen Heiligengestalten kann auch bei Ursula das Lebensbild nur anhand von Legenden gezeichnet werden. Eng verknüpft mit Ursulas Vita ist jene der legendarischen 11.000 Gefährtinnen, die mit ihrer Führerin zusammen in den Tod gingen. Man weiß inzwischen, dass die Zahl 11.000 auf einen Lesefehler zurückgeht und die Zahl elf wohl eher stimmt. Auch die Überlieferungen über Leben und Sterben von Ursula und ihren Begleiterinnen sind größtenteils Legende, nur ein Kern davon entspricht wohl der Wirklichkeit. Hier die klassische Ursula-Vita, wie sie allgemein bekannt ist:
Danach war Ursula eine englische Königstochter und lebte möglicherweise im 3. Jh. Bereits als junges Mädchen hatte sie ewige Jungfräulichkeit gelobt, wurde aber dann von ihrem Vater mit einem Adeligen Christen verlobt. Einige Überlieferungen berichte, der junge Prinz habe den Namen Aetherius getragen. Die Legende erzählt nun, dass der Bräutigam Ursulas vom Kaiser für seine Treue ein Stück Land geschenkt erhielt, die heutige Bretagne in Frankreich. Hier wollte sich Aetherius mit seinen ebenfalls christlichen Soldaten niederlassen und eine neue Heimat schaffen. Ursula und die Bräute der Soldaten sollten später zusammen mit dem Schiff nachfolgen.
Ursula und ihre „11.000 Gefährtinnen“ sollen dann bei der Überfahrt zum Kontinent in einen schweren Sturm schweren Sturm geraten und in die Rheinmündung getrieben worden sein. Von dort segelten die Frauen rheinaufwärts nach Köln, das zu jener Zeit von den Hunnen besetzt war. Die Krieger sollen in der Folge brutal über die Frauen hergefallen sein, sie misshandelt und danach ermordet haben. Von Ursula wird erzählt, dass sie wegen ihrer außergewöhnlichen Schönheit vom Hunnenkönig begehrt wurde und deshalb am Leben blieb. Als sie sich dem Herrscher aber verweigerte, wurde sie mit dem Pfeil getötet. Nachdem alle Jungfrauen ermordet waren, kamen 1.000 Engel vom Himmel herunter und trieben die Hunnen, so die Legende, in die Flucht. Christen der Stadt Köln sollen die Leichen aller Märtyrerinnen begraben und über der Beisetzungsstätte eine Kirche errichtet haben, die Ursula geweiht wurde. Das Todesjahr der Märtyrerinnen lag möglicherweise im 3. oder im 4. Jh., eventuell um 304.
Interessant ist eine Tafel, die heute an der Südwand des hochgotischen Chores von St. Ursula in Köln angebracht ist und auf der geschrieben steht, dass ein Kölner Bürger schon sehr früh hier eine Kapelle wieder herstellen ließ, „wo heilige Jungfrauen für den Namen Christi ihr Blut vergossen haben.“ In der sogenannten Goldenen Kammer in der gewaltigen Kirche St. Ursula sind heute alle Wände mit Reliquiennischen versehen und mit Menschengebeinen überzogen. Man hat die Gebeine im Jahr 1106 bei der Erweiterung der Kölner Stadtmauer gefunden und angenommen, dass sie von den „11.000 Jungfrauen“ stammten.
In der Kirche St. Ursula, heute umgeben von den großen Verkehrsadern der Stadt, erinnert vieles an die Märtyrerinnen. Die Grabkapelle der Kirchenpatronin befindet sich im nördlichen Querschiff. In weißen Alabaster gemeißelt, ruht Ursula wie im Schlaf auf einem schwarzen Marmorgrabmal. Im Unterbau der wuchtigen Tumba erblickt man durch drei große Öffnungen einen gotischen Sarkophag. Dieses Kunstwerk wurde ende des 17. Jh. wieder aufgefunden. Hinter dem Hauptaltar steht der Ursula-Schrein, den die Kölner Goldschmiede Hermeling und Wüsten um 1880 schufen.
Verehrung/Brauchtum: Etwa ab dem 10. Jh. ging der Ursula-Kult ind die ganze Welt hinaus, überall entstanden Ursula-Kirchen. Besonders die Zisterzienser setzten sich für die Verbreitung der Verehrung ein, die einen Höhepunkt im 15. Jh. erreichte. Im volkstümlichen Brauchtum gab es damals die sogenannten „Ursula-Schiffchen.“
Die Ursulinen, der 1535 in Brescia gegründete Orden von Angela Merici, nannten sich nach der hochverehrten Ursula.
Darstellung: Künstler vieler Länder stellten das Martyrium der Ursula im Bil dar. Aber auch die Abbildung der Ursula als Schutzmantelfigur war häufig. Ein Beispiel dafür findet sich in der Ostapsis des Kölner Gotteshauses St. Ursula; die Märtyrerin birgt hier sechs ihrer Gefährtinnen unter ihrem Mantel. Nach Maria gilt Ursula als die am häufigsten dargestellte Schutzmantelfigur überhaupt.
Ein berühmtes Gemälde von Tintoretto in der Kirche S. Lazzaro in Venedig (1547) zeigt Ursula mit den Gefährtinnen in einem Zug. Skizzen von Peter Paul Rubens im Palazzo Ducale in Mantua (17. Jh.) zeigen das Martyrium von Ursula. Eine der schönsten Darstellungen der Ursula-Legende stammt von Vittorio Carpaccio und bedeckt, prächtig in Farbe und Ausdruck, einen ganzen Raum in der Galleria dell' Accademia in Venedig.

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag


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