09.05.2016

Was ist Sklaventum aus Liebe?


Der hl. Ludwig erklärt dies sehr gut. In der Antike wurde das Sklaventum den Menschen aufgezwungen. Eltern hatten das Recht, ihre Kinder als Sklaven zu verkaufen. Es war also eine Entscheidung der elterlichen Macht. Es wurde von Königen eingesetzt, die so ihre Untergebenen als Sklaven verkaufen konnten und kam besonders in kriegerischen Zeiten zur Anwendung. Eine siegreiche Macht übernahm die Besiegten als Sklaven.
Dies ist keine Sklavenschaft aus Liebe, wie man sieht. Sklave aus Liebe zu sein, bedeutet ein Abhängigkeitsverhältnis, welches wir gegenüber Maria annehmen, weil wir sie lieben. Das heißt, wir vertrauen ihr dermaßen, dass wir alles tun wollen, was sie will, so wie ein Sklave alles tut, was sein Gebieter will. Es ist eine Abhängigkeit aus Liebe und nicht despotisch aufgezwungen.
Diese Abhängigkeit besteht in der Einheit, auf die Gott im Alten Testament hinweist, als er den Menschen vorwarf, nicht mit ihm eins zu sein:
„Eure Gedanken sind nicht meine Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege“ (Jesaja 55, 8). Das bedeutet, zwei Menschen sind eins, wenn sie in Gedanken, Worten und Werken eins sind.
Da nun Maria die Königin des Himmels und der Erde ist,  und ich alles will und tue, was sie will, dann werde ich mit ihr eins sein. Wenn mein Leben ein ständiges Sein in dieser Richtung ist, dann bin ich ein Sklave Mariens. Jedoch ein Sklave aus Liebe, weil ich mich entschlossen habe, alles aus Liebe, die ich zu ihr habe, zu tun. Dies ist eine hohe und transzendentale Seeleneinheit, die sich auf diese Art ausdrückt und tatsächlich in Gehorsam mündet.


Quelle: Wahre Andacht zur Muttergottes - Ein Licht in den Wirren unserer Zeit - Plinio Corrêa de Oliveira - Hrsg.: Verein Österreichische Jugend CGDR, Wien

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